Intervallfasten bringt nix – stattdessen darauf achten

Letztlich kommt es nur auf die Kalorienmenge an.
Letztlich kommt es nur auf die Kalorienmenge an.Getty Images/iStockphoto
Eine neue Studie zeigt, dass die Uhrzeit beim Fasten keinen Unterschied macht. Letztlich entscheidet die Kalorienmenge, die verzehrt wird.

Vor 20 Jahren hieß das Motto noch schlichtweg "Dinner Cancelling" ehe es wieder ruhiger um die Idee wurde, dass man zum Abnehmen am besten ab dem Nachmittag auf Essen verzichten sollte. In jüngerer Vergangenheit feierte das Prinzip als Intervallfasten fröhliche Urständ. Doch eine chinesische Studie des Nanfang Spitals der Southern Medical University in Guangzhou, die vor einigen Tagen im angesehenen "New England Journal of Medicine" erschienen ist, entzaubert die Strategie wieder: Ob Intervall oder nicht – auf die Kalorien kommt es an.

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Studie mit Adipositas-Patienten

"Wir haben per Zufall 139 adipöse Patienten entweder einer Gruppe mit zeitabhängiger Kalorienrestriktion (Essen nur zwischen 8.00 Uhr früh und 16.00 Uhr am Nachmittag) oder Kalorienrestriktion allein zugeteilt. Zwölf Monate lang sollten alle Teilnehmer eine Diät von 1.500 Kilokalorien pro Tag für Männer und 1.200 bis 1.500 Kilokalorien für Frauen befolgen. Das Kriterium für Erfolg oder Misserfolg war die Differenz zwischen den beiden Gruppen im Körpergewicht gegenüber dem Start", schreiben Deying Liu und die Co-Autoren der Studie.

Die Probanden waren zwischen 18 und 75 Jahren alt. Der Body-Mass-Index (BMI) lag zwischen 28 (Adipositas wird ab BMI von 30 definiert) und 45, was hochgradig adipös bedeutet. Die empfohlene Diät setzte sich kalorienmäßig aus 40 bis 55 Prozent Kohlenhydraten, 15 bis 20 Prozent Eiweiß und 20 bis 30 Prozent Fett zusammen. Insgesamt sollte die Kalorienaufnahme im Vergleich zur Ernährung vor Beginn der Studie um rund ein Viertel reduziert werden.

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Kein signifikanter Unterschied

Von den ursprünglich 139 Studienteilnehmern beendeten 118 Personen die wissenschaftliche Untersuchung, der Rest war vorher ausgestiegen. Beim Vergleich der beiden Gruppen stellte sich aber heraus, dass das Intervallfasten und die Kalorienreduktion allein keinen statistisch signifikanten Unterschied ausmachten: Die Probanden in der Intervallfasten-Gruppe nahmen im Mittel acht Kilogramm binnen eines Jahres ab, in der Vergleichsgruppe waren es 6,3 Kilogramm Gewichtsreduktion. Auch beim Bauchumfang, Körperfettanteil, Blutdruck und anderen Stoffwechsel-Risikofaktoren gab es keinen statistisch signifikanten Unterschied.

"Unter adipösen Patienten bringt eine Strategie mit zeitabhängig reduzierter Nahrungsaufnahme nicht mehr positive Auswirkungen bei der Verringerung des Körpergewichts (...) als eine Restriktion der Kalorienaufnahme über den Tag hinweg", schrieben die chinesischen Wissenschaftler. In einem Kommentar heißt es allerdings, dass Intervallfasten eventuell auch einen Effekt ohne Kalorienrestriktion entfalten könnte. Die Stoffwechselsituation könnte eventuell durch einen strikten Zeitplan für die Nahrungsaufnahme verbessert werden.

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