Das iranische Regime macht ernst: Mit dem neuen Überwachungsportal "Aladsch" (auf Deutsch: "Heilung") sollen "Verräter" im Ausland identifiziert werden. Offiziell dient das System dem "Schutz der nationalen Sicherheit".
Iraner können dort oder über soziale Medien angebliche Regimekritiker melden. Die Identität der Hinweisgeber bleibt anonym. Wie "n-tv" unter Berufung auf die iranische Nachrichtenagentur Fars schreibt, hat "Verrat am Iran einen Preis und zieht rechtliche Konsequenzen nach sich".
Nach Angaben der Website wurden den Behörden bereits 600 Menschen gemeldet. Einige Identitäten im Ausland lebender Iraner wurden sogar öffentlich gemacht.
Im Ausland leben schätzungsweise vier Millionen Menschen mit iranischer Staatsbürgerschaft. Viele haben das Land aus politischen Gründen verlassen. Das Portal dürfte das ohnehin große Misstrauen in der iranischen Auslandsgemeinschaft noch verstärken.
Als potenzielle "Verräter" gelten laut Portal auch Befürworter von militärischen Angriffen auf den Iran sowie von Sanktionen gegen das Land.