Die Warnung des Verfassungsschutzes vor der proiranischen Terrorgruppe Hayi schreckt Europa auf. Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar kam es zu einer Serie von Brandstiftungen und Anschlägen in London, Paris, Belgien, den Niederlanden und auch in München.
Die Ziele sind laut dem Terrorismus-Experten Peter Neumann eindeutig: "Jüdische Communities, Synagogen, israelische Botschaften, iranische Dissidenten und Amerika." Die Nervosität in jüdischen Gemeinden sei "extrem hoch".
Wie n-tv.de berichtet, setzt der Iran dabei auf sogenannte "Wegwerf-Agenten" – Personen aus kriminellen Milieus, die online gegen Bezahlung angeheuert werden. Unter den bisher Festgenommenen waren "Jugendliche, Zwanzigjährige, aber auch Personen in den 50ern", so Neumann. Keiner von ihnen sei als Islamist bekannt gewesen.
Besonders beunruhigend: Der Iran signalisiere, dass Anschläge "nicht nur nachts oder frühmorgens, sondern auch tagsüber verübt werden könnten – und dann würden eben Menschen sterben", warnt der Professor für Sicherheitsstudien am Londoner King's College.
Die deutschen Sicherheitsbehörden sieht der Experte in der Pflicht, nun zügig zu handeln. Der Iran wolle mit der Anschlagsserie zeigen: "Wir sind in der Lage, wir sind überall." Die Vorgehensweise mit Wegwerf-Agenten sei zwar "erprobte Praxis" der iranischen Revolutionsgarden – aber "in dieser Intensität ein neues Phänomen".