Protest gegen Regime

Iranische Fußballerinnen schweigen bei Hymne

Beim Asien-Cup in Australien verweigerten Irans Fußballerinnen den Gesang der Nationalhymne und setzten damit ein deutliches politisches Zeichen.
Sport Heute
03.03.2026, 12:14
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Kein Ton bei der Hymne dafür eine deutliche Botschaft!

Beim Auftakt des Asien-Cups in Australien haben die iranischen Fußballerinnen ein starkes Zeichen gesetzt und ihre Nationalhymne demonstrativ nicht mitgesungen.

Vor dem Spiel gegen Südkorea (0:3) standen Spielerinnen und Trainerstab schweigend nebeneinander, während die Hymne abgespielt wurde. Laut Sportjournalistin Tracey Holmes widersetzten sie sich damit einer klaren Vorgabe aus Teheran. Vor der Abreise soll ihnen mitgeteilt worden sein, die Hymne müsse gesungen werden, um das Land "nicht zu beschämen".

Doch das Team entschied sich bewusst dagegen. Auch auf den Rängen war die politische Botschaft sichtbar: Zahlreiche Fans schwenkten die frühere iranische Flagge aus der Zeit vor der islamischen Revolution 1979 mit Löwen- und Sonnenemblem statt des heutigen Staatssymbols. Ein unübersehbares Zeichen der Kritik an der aktuellen Führung.

Trainerin Marziyeh Jafari und die Spielerinnen äußerten sich laut der Nachrichtenagentur AFP nicht öffentlich zur Lage im Land oder zum Tod des obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei.

Während sportlich die nächsten Gruppenspiele gegen Gastgeber Australien und die Philippinen anstehen, ruht im Iran selbst der Fußballbetrieb. Aufgrund einer 40-tägigen Staatstrauer wurden Liga-Spiele sowie geplante WM-Vorbereitungspartien der Männer abgesagt.

Auch die Teilnahme der Männer-Nationalmannschaft an der kommenden Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko steht unter politischer Beobachtung. Sportlich ist Iran qualifiziert und soll auf Belgien, Neuseeland und Ägypten treffen. Bereits bei der WM-Auslosung im Dezember in Washington hatte es Spannungen gegeben, nachdem mehreren iranischen Funktionären darunter Verbandspräsident Mehdi Taj angeblich die Einreise verweigert worden war. Angesichts der jüngsten Entwicklungen steht sogar ein möglicher Boykott im Raum.

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