Am Vormittag nach dem Großeinsatz schläft die Pflegerin noch: "Wir wollen sie ungern aufwecken", sagt ein Sprecher des Sozialhilfeverbandes Steyr-Land zu "Heute". Was die Mitarbeiterin wenige Stunden zuvor geleistet hat, weiß im Alten- und Pflegeheim in Ternberg längst jeder.
Kurz vor 22.40 Uhr schlug am Sonntag die Brandmeldeanlage des Heims in der Schulstraße Alarm. Zu diesem Zeitpunkt waren zwei Mitarbeiter im Nachtdienst. Die Aufgaben waren rasch verteilt: "Einer geht zum betroffenen Zimmer, einer holt die Löschhilfe", schildert der Sprecher den Ablauf.
Der Raum sei völlig verraucht gewesen. Trotzdem verlor die Pflegerin keine Zeit: Sie zog das Bett samt der 79 Jahre alten Bewohnerin aus dem Raum und brachte die Frau in Sicherheit. Anschließend machte sie die Tür sofort wieder zu. "Sie hat geistesgegenwärtig gehandelt", betont der Sprecher.
Dass beide Mitarbeiter sofort wussten, was zu tun war, war kein Zufall. Das richtige Verhalten im Brandfall wird im Heim regelmäßig geübt. Die Beschäftigten kennen die vorgesehenen Abläufe und wissen, welche Aufgaben im Ernstfall übernommen werden müssen.
Die Übungen hätten sich in dieser Nacht bezahlt gemacht, trotzdem lasse sich ein echter Brand nicht vollständig simulieren: "Die Realität ist sicher noch einmal etwas ganz anderes", sagt der Sprecher. Umso wichtiger sei gewesen, dass die Mitarbeiter trotz der starken Rauchentwicklung nicht den Überblick verloren. "Sie waren irrsinnig schnell", lobt er das Zusammenspiel der Mitarbeiter.
Die Pflegerin und die Bewohnerin hatten Brandrauch eingeatmet. Beide wurden zur Kontrolle und weiteren medizinischen Versorgung ins Krankenhaus gebracht. Die Bewohnerin konnte das Spital noch in der Nacht wieder verlassen. "Allen geht es gut", gibt der Sprecher Entwarnung.
Elf weitere Bewohnerinnen und Bewohner wurden von Mitarbeitern und Einsatzkräften in sichere Bereiche innerhalb des Gebäudes gebracht. Besonders herausfordernd war die Verlegung bettlägeriger Personen. Alle weiteren Betroffenen blieben unverletzt.
Insgesamt standen zwölf Feuerwehren aus Ternberg und der Umgebung im Einsatz. Zusätzliche Atemschutztrupps wurden angefordert. Die Feuerwehr konnte den Brand im betroffenen Zimmer rasch lokalisieren und löschen. Die Ursache wird aktuell noch ermittelt.