"Heute" berichtete ausführlich über die Problematik in der Landeshauptstadt: Unter anderem im Stadtteil St. Magdalena kämpften Bewohner schon vor fast zwei Jahren gegen eine regelrechte Taubenplage. "Wir stehen in der Früh auf, und direkt sitzen sie am Fensterbrett", klagte damals Anrainer Reinhold K. Die Situation sei "echt grauslich".
Schon Anfang 2025 wurde deshalb erstmals ein Fütterungsverbot ins Spiel gebracht. Zuletzt sorgte die Idee erneut für politischen Zoff: Tierschützer bezeichneten ein Verbot ohne betreute Taubenhäuser als "sinnlos". Nun werden die Pläne aber offenbar doch konkret.
Der städtische Sicherheitsausschuss arbeitet an einer ortspolizeilichen Verordnung, die das Füttern von Tauben im gesamten Stadtgebiet verbieten soll, erklärt der Magistrat am Dienstag. Nach einem entsprechenden Beschluss soll der Ordnungsdienst die Einhaltung kontrollieren.
Gesundheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ) erhofft sich dadurch weniger Tiere und Verschmutzungen. "Taubenkot ist nicht nur ein optisches Problem, sondern kann Krankheitserreger übertragen und langfristig auch die Bausubstanz schädigen", erklärt er.
Raml wandte sich zudem an alle Linzer Wohnbaugesellschaften. Sie sollen tierschutzgerechte Schutzmaßnahmen an Balkonen, Fassaden und Dächern prüfen und die Bewohner stärker über die Folgen des Fütterns informieren. Für hartnäckige Taubenfreunde könnte es besonders bitter werden.
"Wiederholte Verstöße gegen bestehende Hausordnungen" könnten laut Raml sogar bis zur Auflösung des Mietverhältnisses durch die jeweilige Wohnbaugesellschaft führen. Der Stadtrat setzt auf Prävention, Kontrollen und Aufklärung: "Jeder Einzelne kann dazu beitragen, die Taubenpopulation einzudämmen."
Die Linzer VP sieht sich jetzt jedenfalls bestätigt. Die Partei brachte im April einen entsprechenden Antrag im Gemeinderat ein. Damals habe Raml "die Wirksamkeit eines Fütterungsverbots infrage gestellt", erklärt Klubobfrau Michaela Sommer. "Es ist gut, dass Stadtrat Raml spät, aber doch einlenkt und unsere Initiative aufgreift."
Aber: "Dieses lange Zögern war unnötig und hat wertvolle Zeit gekostet", erklärt Sommer. Die 103 Tage seit dem Antrag würden laut ÖVP für mehr als zwei Brutzyklen reichen. Stadttauben könnten bis zu fünfmal jährlich jeweils zwei Eier legen. "Während Raml gezögert hat, konnte die Linzer Taubenpopulation weiter wachsen", kritisiert sie. Sie verlangt nun einen Beschluss spätestens in der nächsten Gemeinderatssitzung am 24. September.