Die Linzer Stadttauben sorgen wieder für Wirbel in der Politik: Am Donnerstag landete das Thema erneut im Gemeinderat. Auslöser war ein Vorstoß der ÖVP für ein Fütterungsverbot – und der sorgt für ordentlich Gegenwind.
Ein Fütterungsverbot sei "Unsinn" und "nicht gut für die Tiere", sagt Brita Piovesan von LinzPlus. "Gemeinsam mit den Linzer Taubenfreundinnen ist es uns allerdings gelungen, daraus eine konstruktive und fachliche fundierte Auseinandersetzung zu machen." Die Partei hatte schon 2022 Taubenhäuser für die Stadt gefordert.
Seitdem habe wohl "ein größeres Umdenken stattgefunden. Auch bei den Grünen, die damals unseren Antrag noch abgelehnt haben", so Piovesan. Um die Debatte zu vertiefen, wurde gleich der nächste Schritt vorgeschlagen: Zwei Expertinnen sollen in den Ausschuss geladen werden.
Eine davon: Sabine Auer, Obfrau und Gründerin des Vereins Streunerkatzen OÖ. Die Tierschützerin setzt sich seit Jahren für verwilderte Haustiere und Stadttauben. Auch Munise Cobet, Forscherin der JKU, soll ihre Expertise einbringen. Sie betreut die Tiere bei der Universität seit Jahren. Ergebnis: Die Population wurde laut LinzPlus fast vollständig umgesiedelt – Verschmutzungen seien im betroffenen Viertel seit rund zwei Jahren kaum mehr ein Thema.
Für Piovesan ist die Richtung klar: "Wir rechnen damit, dass unsere langjährige Forderung nach Linzer Taubenhäusern nun bald umgesetzt wird." Ihre Argumente: Tauben seien verwilderte Haustiere, bräuchten Schutz und kontrollierte Fütterung. In Taubenhäusern könne man die Tiere gesund halten – und die Population über Eierentnahme regulieren.
Der Ausblick klingt nach einer klaren Ansage: "Wenn Stadt und Freiwillige gut zusammenarbeiten, haben wir in Kürze kein 'Taubenproblem' mehr und sparen uns nebenbei auch die sehr teuren und oft wirkungslosen Vergrämungsmaßnahmen!"