Während sich andere in ihre Wohnung zurückziehen oder schnell unter die Dusche oder sogar ins Pool hüpfen können, fehlen Menschen auf der Straße genau diese Möglichkeiten. "Hitze ist im Sommer ebenso ein Problem wie die Kälte im Winter", sagt Martin Tiefenthaler, stv. Geschäftsführer des Sozialvereins B37 im Gespräch mit "Heute".
Besonders hart treffe es Menschen, die tatsächlich auf der Straße leben. Es gebe sehr wenige Möglichkeiten, sich wirksam zu schützen: "Da liegt man auf brennheißem Asphalt", schildert Tiefenthaler die Erzählungen der Streetworker in Linz.
Viele Betroffene seien durch Sucht- oder psychische Erkrankungen ohnehin gesundheitlich angeschlagen. Kreislaufprobleme und Dehydration könnten dann schnell zur ernsten Gefahr werden – Alkohol entzieht dem Körper schließlich zusätzlich Flüssigkeit.
"Ein großes Thema sind auch Wunden", erklärt Tiefenthaler. Alkohol, Nikotin und mangelnde Hygiene würden die Wundheilung bereits verschlechtern. Die hohen Temperaturen verschärfen die Situation zusätzlich: "Die Hitze schafft da ein perfektes Milieu."
Außerdem ein großes Problem: "Es gibt Medikamente, die kühl gelagert werden müssen. Menschen auf der Straße haben diese Möglichkeit nicht." In der Notschlafstelle des Sozialvereins gibt es zudem keine Klimaanlage. Nicht, weil man keine will – "es ist für uns einfach nicht finanzierbar", sagt Tiefenthaler.
Der Sozialverein B37 unterstützt wohnungslose, suchtkranke und psychisch erkrankte Menschen. Zum Angebot gehören unter anderem Streetwork, eine Notschlafstelle, Wohnbetreuung und psychosoziale Hilfe. Spenden werden dort eingesetzt, wo sie aktuell am dringendsten gebraucht werden.
Kontoinhaber: Sozialverein B37
Bank: HYPO Oberösterreich
IBAN: AT18 5400 0001 0492 3008
BIC: OBLAAT2L
Der Verein versucht deshalb, zumindest punktuell für Abkühlung zu sorgen: "Wir haben überall Ventilatoren aufgestellt." Damit versuche man, den aktuell rund 40 bis 50 Bedürftigen zumindest ein bisschen Abkühlung zu bieten. Eine Klimaanlage wäre aktuell nur mithilfe von Spenden möglich.
Auch draußen ist B37 auf Unterstützung angewiesen: Die Streetworker verteilen Wasserflaschen, Kapperl und Sonnencreme – finanziert wird das ebenfalls durch Spenden. "Wir schauen, dass die Menschen nicht in der Sonne liegen, und informieren sie über kühle Orte in Linz."
Manche Betroffene flüchten aus dem aufgeheizten Zentrum in die Traunauen oder zum Pleschinger See – die Streetworker passen ihre Routen aktuell entsprechend an. Übrigens: Wer sich um einen obdachlosen Menschen sorgt, kann sich an den Sozialverein B37 wenden. Bei einer akuten medizinischen Notlage gilt aber: die Rettung unter 144 verständigen.