Die französische Mediengruppe TV5Monde kämpfte nach dem Start einer Hacker-Attacke vor zwei Tagen auch am Freitag noch gegen virtuelle Eindringlinge, die sich als Mitglieder der Jihadistenmiliz Islamischer Staat ausgeben. Nur mit Mühe konnte eine Totalübernahme vom Web-Auftritt und Sendern verhindert werden.
"Soldaten Frankreichs, haltet euch vom Islamischen Staat fern! Ihr habt die Chance, das Leben Eurer Familie zu retten, nutzt sie", warnten die Hacker auf der Facebook-Seite von TV5. Sie änderten auch das Profil- sowie das Cover-Bild. Bis Freitag mussten Mitarbeiter immer wieder um die Kontrolle über Twitter und Facebook kämpfen.
Attacke "beispiellos"
Senderchef Yves Bigot bezeichnete den Angriff als "beispiellos in der Geschichte des Fernsehens" und mutmaßte, dass die Attacke noch schlimmere ausfallen hätten können. Er glaubt, dass die Hacker möglicherweise geplant hatten, "die Antennen in Geiselhaft zu nehmen". Auf diese Weise wären die Ansichten der Islamisten in 200 Ländern über Fernseher geflimmert.
Der französische Ex-Geheimdienstchef und Cyberkriminalität-Experte Daniel Martin warnt davor, den IS außerhalb des Gebiets des bewaffneten Kampfs zu unterschätzen. "Sie haben beachtliche technische Ressourcen."
Cyberkalifat
Der Militäreinsatz, bei dem Frankreich unter der US-geführten Koalition im Irak und Syrien gegen den IS kämpft, wird von den Cyperterroristen als "unverzeihlicher Fehler" bezeichnet.