Hundebiss-Statistik soll Rasse-Listen ablösen

Listenhunde soll es laut Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) künftig nicht mehr geben. Stattdessen kündigte sie eine Bissstatistik an.
Das Thema Listenhunde steht mittlerweile fast täglich auf der politischen Agenda. Am Freitag fand der zweite Runde Tisch zum Thema statt. Laut Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) soll es Listenhunde künftig nicht mehr geben, sondern eine flächendeckende Hundebissstatistik.

"Hundehalter steht im Vordergrund"



Mittels einer standardisierten Risikoanalyse sollen gefährliche Hunde erkannt und in weiterer Folge gekennzeichnet werden. Eine Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien hat ergeben, dass bei Hunden keine rassenspezifische Gefährlichkeit nachgewiesen werden kann.

Folglich sei, so Hartinger-Klein, eine Listenhundgesetzgebung problematisch. Eine Gefährdung je nach Rasse gebe es per se nämlich nicht, Hunde seien nämlich "überwiegend ein Produkt ihrer Umwelt. Der Hundehalter steht im Vordergrund."

CommentCreated with Sketch.75 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Dem Listenhundgesetz soll eine einheitliche, flächendeckende Bissstatistik folgen. Bisher variieren die Pflichten für Hundebesitzer von Bundesland zu Bundesland stark. Die Länder, in deren Kompetenz der Tierschutz liegt, haben sich laut Gesundheitsministerin bereiterklärt, in der Causa zusammenzuarbeiten.

Zuständigkeit noch ungewiss



Wer allerdings für die Dokumentation der Hundebisse zuständig sein wird, steht noch nicht fest. Darüber stellte Hartinger-Klein eine Entscheidung noch in diesem Jahr in Aussicht. Konkretisiert werden müsse zudem noch, was unter einem "Biss" zu verstehen sei.

Weiters geplant ist ein methodisch abgesichertes Beurteilungsverfahren für Sachverständige, um die Gefährlichkeit von Hunden bestimmen zu können. Auffällige Hunde sollen künftig gekennzeichnet und in einer Datenbank erfasst werden. Ferner stellten alle Bundesländer in Aussicht, einen Sachunterricht für Hundehalter einzuführen.

Wien bleibt streng



Denn auch wenn der Hund der "beste Freund" des Menschen sei, wäre ein "gewisses Grundwissen dennoch nötig", sagt Hartinger-Klein. Vor allem Kinder sollen möglichst früh lernen, wie sie mit Hunden umgehen sollen. Zumal die Tiere vor einem Biss häufig Signale aussenden, auf die entsprechend reagiert werden könne, damit es nicht zum Biss kommt.

Die Wiener Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) hält fest, dass Wien nicht von seinem strengen Regelkurs abweichen werde. "In einer Millionenstadt gibt es schlichtweg andere Voraussetzungen als im ländlichen Raum, und daher wird Wien natürlich an den bisherigen gesetzlichen Bestimmungen inklusive verpflichtendem Hundeführerschein und Maulkorbpflicht für Kampfhunde festhalten." Es gehe um die Sicherheit der Menschen und der Kinder.

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(rfr)

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