Ist die Pille so schlecht wie ihr Ruf?

Nebenwirkungen wie Trombosen, Brustkrebs und Libidoverlust wurden lange verharmlost. Aber sind die Risiken tatsächlich so, wie sie ihr Ruf darstellt?
Das Image der Pille befindet sich im Wandel. Zwar ist sie in Österreich nach wie vor das beliebteste Verhütungsmittel, aber durch die Risiken und Nebenwirkungen, die lange verharmlost wurden, steht sie zunehmend in Kritik. Vor allem den Pharmafirmen wird zum Vorwurf gemacht, dass sie die Pille als harmloses Verhütungsmittel vermarkten. Während vor zehn Jahren noch fast die Hälfte der österreichischen Frauen die Pille genommen hat, ist es heute nur noch ein Drittel.

Überzogene Darstellung, aber Aufklären ist wichtig

Johannes Ott, stellvertretender Leiter der Abteilung für gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin an der Medizinischen Universität Wien, gibt sich im Gespräch mit dem "ORF" vorsichtig. Die Risiken werden überzogen dargestellt, gleichzeitig betont er, wie wichtig es ist Patienten aufzuklären. „Es kann sein, dass wir mehrmals umstellen müssen, bis wir das Richtige finden. Es gibt ganz wenige Frauen, die wirklich fast gar keine Pillen vertragen, sei es durch die Stimmung, durch Wassereinlagerungen, Durchblutungsprobleme oder ähnliches."

Nebenwirkungen wie Depressionen sind abschreckend

Viele Frauen schrecken die möglichen Nebenwirkungen ab. Darunter, Thrombosen, Embolien sowie Brustkrebs und Libidoverlust und Depressionen. Seit Anfang des Jahres müssen letztere auch auf dem Beipackzettel vermerkt werden. Die meisten der sich am Markt befindenden Präparate verfügen sowohl über ein künstliches Östrogen als auch ein künstliches Gelbkörperhormon. Die Dosis variiert dabei stark und jede Frau reagiert individuell. „Manche Frauen reagieren auf die Pille mit Depressionen. Vielen kann durch die Umstellung auf eine andere Pille geholfen werden."

(GA)

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