Ist die Meinungsforscherin nach der Haft untergetaucht?

Sabine B. kehrte nach der Haftentlassung vorerst nicht an ihre Döblinger Wohn- und Arbeitsadresse zurück.
Sabine B. kehrte nach der Haftentlassung vorerst nicht an ihre Döblinger Wohn- und Arbeitsadresse zurück.HEUTE
Die in Folge der ÖVP-Ermittlungen festgenommene Meinungsforscherin ist seit Donnerstag wieder auf freiem Fuß. Jetzt fehlt von Sabine B. jede Spur.

Die Verhängung der Untersuchungshaft war ein Spiel mit der Zeit, das für Sabine B. einen glücklichen Ausgang nahm. Dabei wurde die Verdächtige in den vergangenen beiden Tagen von den Ermittlern regelrecht "gegrillt". Am Donnerstag entschied die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft dennoch, die 48 Stunden andauernde Frist zur Beantragung einer Untersuchungshaft verstreichen zu lassen. "Die Voraussetzungen, die bei der Festnahme vorgelegen sind, liegen nicht mehr vor", wird ein Sprecher zitiert. Offenbar sieht man die Verdunkelungsgefahr nicht mehr gegeben. Seit den frühen Morgenstunden ist die Meinungsforschern nicht länger in Polizeigewahrsam – jetzt ist sie wie vom Erdboden verschwunden.

Weder an ihrem Firmenhandy noch ihrem ihrem Arbeitsplatz ist die sonst kontaktfreudige Businessfrau erreichbar. "Heute" begab sich auf Spurensuche zum Arbeitsplatz von Sabine B.. Auch die befragten Bewohner des Mehrparteienhauses hätten keine Rückkehr der Meinungsforscherin mitbekommen. Es kommt der Gedanke auf, dass Sabine B. abgetaucht sein könnte, da ihr jahrelange Freiheitsstrafen drohen. Obwohl ihr die schwerwiegenden Delikte Untreue und Bestechung vorgehalten werden, besteht für die WKStA keine akute Fluchtgefahr.

Wilde Szenen im Nobelviertel

In den letzten Wochen wurde das Leben der Wienerin komplett auf den Kopf gestellt. Dass Sabine B., nach der rigorosen Hausdurchsuchung und Verhaftung traumatisiert, nicht sofort an ihren Wohnort zurückkehren möchte, ist nicht abwegig. Laut Aussagen einer Nachbarin seien im Zuge der spektakulären Razzia rund ein Dutzend Polizeiautos zu ihrer Adresse gerast. Bei dem Großeinsatz ging es darum, die Meinungsforscherin davon abzuhalten, wichtige Beweise zu vernichten. Denn unmittelbar vor der Hausdurchsuchung soll sie Serverdaten gelöscht haben. IT-Experten der WKStA wollen das nach einer Überprüfung der sichergestellten Hardware herausgefunden haben.

Am Dienstag erfolgte mit der Festnahme der absolute Tiefpunkt, als sie zwei Kripo-Beamte aus dem Wohngebäude geleiteten. Gegenüber "Heute" erklärte ein Nachbar, dass er sich bei mehrtätiger Abwesenheit stets um ihr Zeitungsabonnement von "Österreich" kümmere. In ebendiesem Druckwerk der Familie Fellner sollen frisierte Umfragen, die Sebastian Kurz besser dastehen ließen, erschienen sein. Kosten dafür soll über Scheinrechnungen das Finanzministerium beglichen haben.

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