Maschine trennte Arm ab

Bauer lässt Erntehelfer verbluten – jetzt Hammer-Urteil

Nach dem Tod eines indischen Erntehelfers verurteilte ein italienisches Gericht den Landwirt zu 16 Jahren Haft wegen vorsätzlicher Tötung.
Newsdesk Heute
09.07.2026, 08:29
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In Italien hat ein Landwirt einen Erntehelfer aus Indien nach einem schweren Arbeitsunfall auf dem Feld verbluten lassen. Jetzt wurde er dafür zu 16 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht in Latina, südlich von Rom, sprach den 39-Jährigen wegen vorsätzlicher Tötung schuldig. Der Fall sorgte im Sommer 2024 weit über Italien hinaus für großes Aufsehen. Er rückte auch die oft menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen für Arbeiter aus Asien ins Licht, die für eine Handvoll Euro schuften müssen.

Der 31-jährige Inder war bei der Arbeit auf einem Feld im Süden von Rom in eine Maschine geraten. Dabei wurde ihm der rechte Arm abgetrennt und die Beine zerquetscht. Doch sein Arbeitgeber brachte ihn nach dem Unfall nicht ins Spital, sondern fuhr ihn mit einem Lieferwagen zu seiner Unterkunft und ließ ihn dort einfach liegen. Der abgetrennte Arm wurde in einer Obstkiste daneben gefunden. Erst eineinhalb Tage später starb der Inder im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen.

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Der Mann, Satnam Singh, war 2021 mit seiner Frau nach Italien gekommen. Schätzungen zufolge sind in der italienischen Landwirtschaft rund 230.000 Menschen illegal beschäftigt – viele davon Migranten aus Ländern wie Indien oder Pakistan, die für drei oder vier Euro pro Stunde, manchmal sogar weniger, arbeiten. Ein Teil der Ernte landet übrigens auch in deutschen Supermärkten. Die Gewerkschaften sprechen von systematischer Ausbeutung.

Der Unfall passierte auf einem Feld nahe der Gemeinde Borgo Santa Maria, etwa 60 Kilometer südlich von Rom. Dort werden vor allem Melonen und Zucchini angebaut. Singh geriet in eine Maschine, mit der die Felder großflächig mit Plastik überzogen werden. Seine Frau schilderte: "Ich habe den Besitzer angefleht, uns zu helfen, ich habe ihn auf Knien angefleht. Aber er hat uns vor dem Haus abgesetzt und ist weggelaufen." Erst Nachbarn riefen dann den Notruf.

Singh wurde mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus nach Rom gebracht, wo er an seinen Verletzungen starb. Der Arbeitgeber sagte später, er sei in Panik geraten. Die Staatsanwaltschaft hatte 22 Jahre Haft gefordert. Gegen das Urteil, das am Mittwochabend gefallen ist, sind noch Rechtsmittel möglich, berichtet "Die Presse". Oft wird die Ausbeutung durch ein System organisiert, bei dem illegale Mittelsmänner zwischen Betrieben und Arbeitern vermitteln und einen Großteil des Lohns einbehalten.

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