Italien hat heuer so viele Tote wie im 2. Weltkrieg

Venedig – sonst voll mit Menschenmassen – ist zu Corona-Zeiten wie leer gefegt.
Venedig – sonst voll mit Menschenmassen – ist zu Corona-Zeiten wie leer gefegt.Hans Ringhofer / picturedesk.com
Mit rund 700.000 Todesfällen dürfte Italien 2020 so viele Tote verzeichnen wie zuletzt im Jahr 1944. Das Land plant nun strengere Corona-Regeln.

Italien könnte in diesem Jahr so viele Tote verzeichnen wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. "Dieses Jahr werden wir leider die Grenze von insgesamt 700.000 Toten übertreffen", sagte der Präsident der italienischen Statistikbehörde Istat, Gian Carlo Blangiardo, am Dienstag im Fernsehsender Rai 3.

Das sei ein besorgniserregender Wert, denn zuletzt hätte Italien diese Zahlen im Jahr 1944 erreicht – zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Die Geburtenzahl im dem Mittelmeerland sank von rund 420.000 im Vorjahr auf 400.000 in diesem Jahr.

65.000 Menschen starben an Covid-19

Italien wurde hart von der Corona-Pandemie getroffen. Die Gesundheitsbehörden verzeichneten bislang rund 1,86 Millionen Corona-Infektionen und mindestens 65.000 Menschen, die mit einer Infektion gestorben waren.

Am selben Tag veröffentlichte Istat auch neue Zahlen zur italienischen Bevölkerung. Für den 31. Dezember dieses Jahres erwarteten die Statistiker eine Zahl von rund 59,6 Millionen Bürgern in Italien und damit etwa 175.000 weniger als ein Jahr zuvor. Die italienische Bevölkerung wird den Daten der Behörde zufolge zudem immer älter. Das Durchschnittsalter stieg von 43 (2011) auf nun 45 Jahre.

Strenge Maßnahmen für Weihnachten

Italien plant nach den Worten von Ministerpräsident Giuseppe Conte strengere Corona-Regeln für Weihnachten. "Wir haben schon einen Plan vorbereitet, der sich speziell an die Weihnachtsfeierlichkeiten richtet", sagte der Chef der Mitte-Links-Regierung im Interview mit der Zeitung "La Stampa".

Jetzt seien weitere restriktive Maßnahmen notwendig. Eine dritte Welle müsse um jeden Preis verhindert werden, weil sie verheerend sein könnte, auch in Bezug auf den Verlust von Menschenleben, erklärte der parteilose Anwalt weiter.

Anfang Dezember hatte die Regierung in Rom für das Land mit rund 60 Millionen Einwohnern bereits schärfere Regeln für die Zeit um Weihnachten und Neujahr vereinbart, wie zum Beispiel eine verlängerte Ausgangssperre für die Nacht von Silvester zu Neujahr. Die Regeln sollen vom 21. Dezember an bis 6. Januar gelten. Auch das Reisen innerhalb Italiens wurde stark reglementiert.

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