Welt

Italiens mächtigster Mafiaboss stirbt in wenigen Stunde

Der nach 30 Jahren Flucht gefasste Mafia-Boss Matteo Messina Denaro liegt nach der Behandlung eines Darmtumors im irreversiblen Koma.

20 Minuten
Im Jänner konnte Matteo Messina Denaro festgenommen werden.
Im Jänner konnte Matteo Messina Denaro festgenommen werden.
IMAGO/ZUMA Wire

Matteo Messina Denaro war eine der letzten Führungsfiguren der Cosa Nostra, die noch auf freiem Fuß sind. Im Frühjahr, nach drei Jahrzehnten auf der Flucht, konnte Italiens meistgesuchter Mafia-Boss in einer Privatklinik der sizilianischen Hauptstadt Palermo verhaftet werden.

Der Mafiaboss kämpfte offenbar mit gesundheitlichen Problemen. Er wurde in der Privatklinik "La Maddalena" in Palermo festgenommen. Dort wollte er sich wegen eines Darmtumors behandeln lassen. Nach seiner Festnahme wurde der 61-Jährige erfolgreich am Darm operiert. Trotzdem führte der fortgeschrittene Krebs zu einer Verschlechterung seines Gesundheitszustandes.

Lebenserhaltende Maßnahmen eingestellt

Am Freitagabend teilte das Spital der mittelitalienischen Stadt L'Aquila mit, dass Matteo Messina Denaro in einem irreversiblen Koma liege. Die lebenserhaltenden Maßnahmen wurden eingestellt. Der mächtigste Mafiaboss Italiens dürfte damit in den nächsten Stunden sterben, so das Spital.

Matteo Messina Denaro war seit 1993 auf der Flucht und der meistgesuchte Mafioso des Landes. Er wurde wegen dutzendfachen Mordes – etwa an den Mafia-Jägern Giovanni Falcone und Paolo Borsellino – bereits zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der untergetauchte Sizilianer galt als eine Mischung aus der alten und der neuen Mafia. "Wie die alten Mafiosi, sieht er die Mafia als einen übergeordneten Staat, an dem nur jene beteiligt sind, die der Ehre würdig sind", so eine ehemalige Richterin und Mitglied der Direzione Nationale Antimafia (DNA), die Denaro seit Jahrzehnten auf den Fersen war.

    <strong>02.03.2024: "Dschihad betreiben": Bordell-Killer stach 96 Mal zu.</strong> Im Kripo-Verhör sprach der mutmaßliche Dreifachkiller von Wien nun über das Motiv seiner Tat: "Prostituierte stehen unter dem Deckmantel des Satans." <a data-li-document-ref="120023056" href="https://www.heute.at/s/dschihad-betreiben-bordell-killer-stach-96-mal-zu-120023056">Weiterlesen &gt;&gt;</a>
    02.03.2024: "Dschihad betreiben": Bordell-Killer stach 96 Mal zu. Im Kripo-Verhör sprach der mutmaßliche Dreifachkiller von Wien nun über das Motiv seiner Tat: "Prostituierte stehen unter dem Deckmantel des Satans." Weiterlesen >>
    Picturedesk, privat (Montage: "Heute")
    Mehr zum Thema