1988 sorgte bei den Olympischen Winterspielen in Calgary ein Bobteam für Aufsehen. Jamaika ging mit einem Viererteam in den Eiskanal in Kanada. Die Geschichte um Bob-Piloten Dudley Stokes wurde gar von Hollywood aufgenommen und lose verfilmt. 1993 kam der Disney-Film "Cool Runnings" ins Kino – ein großer Erfolg. Aus dem Film stammt auch der Spruch: "Das geht über eure Vorstellungskraft, Jamaika hat ne Bobmannschaft."
Nun, 34 Jahre später, gehen die Jamaikaner wieder im Viererbob ins Rennen. Aber nicht nur dort: Gleich in drei Bob-Disziplinen sind die Jamaikaner am Start. Das Land ist mit drei Bob-Teams vertreten. Die Männer im Vierer- und Zweier-Bob und eine Athletin wird das Monobob-Rennen der Frauen absolvieren. Vierer- und Zweier-Pilot Shanwayne Stephens sagte in Anlehnung an das Team von 1988 zuletzt: "Sie haben uns inspiriert und wir werden die nächste Generation inspirieren."
Spendenaktion floppt
Die Monobob-Pilotin sowie der Zweier-Bob der Herren haben in Peking nun schon erste Trainingsläufe, respektive Runden absolviert. Auf das Olympia-Testrennen im Herbst des letzten Jahres musste Jamaika aufgrund von finanziellen Problemen verzichten. Die Teilnahme bei Olympia ist auch aufgrund dieses Umstands noch spezieller. Es wurde gar auf der Plattform "gofundme" eine Spendenaktion gestartet. Das Ziel waren knapp 171.000 Euro. Es kamen allerdings nur knapp 14.300 Euro zusammen. Dennoch sind die Athleten nach Peking gereist.
Am Sonntag wird nun Jazmine Fenlator-Victorian im Monobob das Olympische Bobabenteuer für die Jamaikaner eröffnen. Eine Chance auf Edelmetall wird sie allerdings kaum haben. Immerhin: Die 36-Jährige weiß, wie Olympische Spiele ablaufen. Immerhin fuhr sie schon 2014 und 2018 im Zweierbob den Eiskanal runter. Für den Zweierbob der Männer wird es ab Montag ernst. Die Rennen mit dem Viererbob absolviert Jamaika am 19. und 20. Februar.