Ein Solarkraftwerk im Weltall, das rund um die Uhr Strom zur Erde funkt? Was wie Science-Fiction klingt, soll bald Realität werden. Japan plant mit der Mission OHISAMA - japanisch für "ehrenwerte Sonne" - einen waschmaschinengroßen Satelliten in rund 400 Kilometern Höhe zu schicken.
Der Mini-Satellit soll Sonnenlicht einfangen, in Mikrowellen umwandeln und etwa ein Kilowatt Leistung zu einer Bodenstation in der Region Suwa übertragen. Das reicht gerade für eine Kaffeemaschine - aber es geht ums Prinzip.
Die japanische Raumfahrtbehörde JAXA forscht laut Forschung und Wissen bereits seit den 1980er Jahren an dieser Technologie. Im Dezember 2024 gelang ein wichtiger Zwischenschritt: Die erste drahtlose Energieübertragung von einem Flugzeug in sieben Kilometern Höhe zur Erde funktionierte.
Der Inselstaat importiert einen Großteil seiner Energie und sucht seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima nach klimafreundlichen Alternativen. Die dicht besiedelte und bergige Geografie erschwert den Ausbau von Solaranlagen am Boden.
Im Weltraum scheint die Sonne dagegen ununterbrochen - keine Wolken, keine Nacht. Die technische Herausforderung: Der Mikrowellenstrahl muss exakt auf die Bodenstation gerichtet bleiben, während der Satellit mit mehreren Kilometern pro Sekunde um die Erde rast.
Gelingt der Test, will Japan innerhalb von 25 Jahren ein gewaltiges Orbital-Kraftwerk mit einem Gigawatt Leistung bauen - genug für Hunderttausende Haushalte. Auch die USA und China arbeiten an ähnlichen Konzepten.