390 Tote

Jeden Tag stirbt jemand auf Österreichs Straßen

Eine traurige Bilanz veröffentlicht der ÖAMTC am Freitag. Im Schnitt stirbt mehr als eine Person pro Tag bei Verkehrsunfällen in Österreich. 
Michael Rauhofer-Redl
29.12.2023, 15:03
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Laut vorläufigen Daten des Innenministeriums sind heuer 390 Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen. Das entspricht einer Steigerung von fünf Prozent zu 2022, der Wert liegt aber noch fünf Prozent unter den Werten vor den Corona-Jahren. Diese Bilanz zieht der ÖAMTC am Freitag in einer Aussendung. Generell zeige sich jedoch ein trauriger Trend: Die langfristige positive Entwicklung seit den 70er-Jahren hat sich in den letzten zehn Jahren verlangsamt.

Seit 2013 reduzierte sich die Zahl der Verkehrstoten in Österreich um nur 14 Prozent (Quelle: Statistik Austria). Hier gilt es, mit den richtigen Maßnahmen entgegenzuwirken, wie ÖAMTC-Verkehrsexperte David Nosé erklärt: "Wesentlich wird sein, den Faktor Mensch in der Verkehrssicherheitsarbeit noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Etwa 90 Prozent aller Verkehrsunfälle geschehen aufgrund menschlicher Fehler und Fehlverhaltens. Es muss beispielsweise noch stärker in die Bewusstseinsbildung hinsichtlich der Gefahren von Ablenkungen hinter dem Steuer investiert werden. Motorradfahrende sollten sich mit Trainings auf die Saison vorbereiten. Zudem muss die 'fehlerverzeihende Straße' endlich Realität werden."

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Ein Blick in die Nachbarländer Deutschland und Schweiz zeigt ebenso unerfreuliche Entwicklungen: In Deutschland reduzierte sich die Zahl der Verkehrstoten zwischen 2013 und 2022 nur um 17 Prozent, in der Schweiz gar nur um zehn Prozent. Bei den im Bereich der Verkehrssicherheit als Vorbilder geltenden Eidgenossen hat sich seit 2019 die Zahl sogar um 29 Prozent erhöht.

Deutlich mehr verunglückte Biker

2023 kamen laut vorläufigen Daten 82 Motorradfahrende ums Leben – fast 50 Prozent mehr als im Jahr davor. Erschreckend dabei: Rund 80 Prozent der tödlich verunglückten Biker kam aufgrund von Eigenfehlern oder missglückten Überholmanövern ums Leben – überwiegend bei Alleinunfällen und Frontalkollisionen. 56 Prozent der Verunglückten waren zwischen 45 und 64 Jahren alt und oftmals Wiedereinsteiger. 

Nahezu jeder zweite Getötete war heuer im Pkw unterwegs. 42 Prozent der im Pkw verunglückten kamen dabei im Zuge von Alleinunfällen ums Leben. Erschreckende Randnotiz: Mehr als jeder zweite tödliche Alleinunfall endete mit einem Objektanprall. Ein klarer Hinweis, dass der 'fehlerverzeihenden Straße', wie es auch in der Verkehrssicherheitsstrategie des BMK festgehalten ist, in Österreich nach wie vor kaum Bedeutung zugestanden wird. "Durch geeignete Maßnahmen wie seitlicher Absicherung, besserer verkehrstechnischer Ausstattung sowie vermehrt Rumpelstreifen können derartige schwere Unfälle vermieden werden", ergänzt der Verkehrsexperte.

2023 war mehr als jeder fünfte tödlich Verunglückte als ungeschützter Verkehrsteilnehmer unterwegs. Rund 60 Prozent der tödlichen Fahrradunfälle sowie fast die Hälfte der Fußgänger-Unfälle waren auf Eigenverschulden zurückzuführen. Um dem entgegenzutreten, brauche es ein Bündel an Sicherheitsmaßnahmen: etwa eigene Verkehrsflächen für Radfahrende sowie Förderungen zum Tragen eines Helmes, sichere Querungsmöglichkeiten für Fußgänger, aber auch die verstärkte Bewusstseinsbildung hinsichtlich der Gefahren von Ablenkungen.

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