Die chronisch-traumatische Enzephalopathie, kurz CTE, könnte Profi-Footballer weit häufiger treffen als bisher angenommen. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung, für die Forschende die Gehirne von über 200 verstorbenen Ex-Spielern analysiert haben.
Die Wissenschaftler untersuchten eine Gruppe ehemaliger NFL-Spieler, die zwischen 2008 und 2021 verstorben waren. Von 878 Spielern wurden 215 Gehirne untersucht, und bei allen fanden sich Anzeichen für CTE. Das entspricht mindestens 24,5 Prozent aller Verstorbenen.
Wie der Spiegel berichtet, liegt der tatsächliche Anteil der Betroffenen möglicherweise noch höher. Da die Gehirne von 643 Spielern nicht untersucht wurden, könnte der Prozentsatz laut der Studie theoretisch bei bis zu 97,7 Prozent liegen - ein Wert, der allerdings als unwahrscheinlich gilt.
CTE ist eine fortschreitende Gehirnerkrankung, die durch wiederholte Schläge und Stöße gegen den Kopf verursacht wird. Die Erkrankung gilt als eine Form der Demenz. Typische Symptome sind Gedächtnisverlust, Stimmungsschwankungen und unberechenbares Verhalten.
Bei Schlägen auf den Kopf verklumpen die sogenannten Tau-Proteine in den Nervenzellen. Diese Verklumpungen stören den Informationsfluss im Gehirn. Das Problem: CTE kann erst nach dem Tod durch eine Obduktion sicher nachgewiesen werden.
In den vergangenen Jahren haben die NFL-Verantwortlichen Maßnahmen ergriffen, um den Sport sicherer zu machen. Doch die neue Studie zeigt, wie groß das Risiko für die Spieler tatsächlich ist. Bisherige Untersuchungen mit Gehirnen der Allgemeinbevölkerung hatten deutlich niedrigere CTE-Raten ergeben.