Weltweit leben rund 57 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung – Tendenz steigend. Medikamente, die die Krankheit heilen können, gibt es bisher nicht. Doch die gute Nachricht: Bis zu 45 Prozent des Demenzrisikos sind auf Faktoren zurückzuführen, die jeder Mensch selbst beeinflussen kann.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nun neue Empfehlungen zur Vorbeugung von Demenz und anderen kognitiven Beeinträchtigungen veröffentlicht. Was gut für die allgemeine Gesundheit ist, schützt demnach auch das Gehirn.
Bewegung, gesunde Ernährung und ein aktives Sozialleben können das Demenzrisiko senken, während Rauchen und Alkohol den gegenteiligen Effekt haben, heißt es auf utopia.de.
Bei der Bewegung verweist die WHO auf ihre allgemeinen Leitlinien: Erwachsene sollten pro Woche mindestens 150 bis 300 Minuten mit moderater Bewegung verbringen – etwa schnelles Spazieren oder gemütliches Radfahren. Alternativ reichen auch 75 bis 150 Minuten intensive Bewegung wie Joggen oder Schwimmen.
Auch geistige Aktivität spielt eine wichtige Rolle. Die WHO spricht sich für lebenslanges Lernen aus – etwa durch hochwertige Bildung und eine anregende Arbeit. Zusätzlich empfiehlt sie eine gesunde, ausgewogene Ernährung und das Halten eines gesunden Gewichts.
Neu ist, dass die WHO nun auch soziale Aktivitäten mit anderen Menschen ausdrücklich empfiehlt. Auch kognitive Stimulation durch Lesen, Geschichtenerzählen oder Brett- und Kartenspiele wird jetzt befürwortet.
Anders als 2019 sieht die WHO inzwischen zudem klare Hinweise, dass Hörgeräte bei Menschen mit Hörverlust kognitiven Beeinträchtigungen vorbeugen können. Auch saubere Luft und weniger Feinstaub haben positive Effekte.
Skeptisch bleibt die WHO bei Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitamin B, Vitamin E oder Omega-3-Kapseln. Es fehle der Beweis, dass die Einnahme Demenzerkrankungen vorbeugen kann, wenn kein nachgewiesener Mangel vorliegt.
Bestimmte Erkrankungen erhöhen das Demenzrisiko deutlich und sollten immer behandelt werden. Dazu gehören Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Hörverlust, Schlafstörungen und Depressionen.