Demenz ist eine komplexe Erkrankung, die oft von mehreren Gehirnerkrankungen gleichzeitig verursacht wird. Besonders in frühen Stadien ist es schwierig, die verschiedenen Formen genau zu unterscheiden oder festzustellen, ob mehrere Krankheiten beteiligt sind. Ein neuer Bluttest könnte Ärztinnen und Ärzten dabei künftig helfen.
Der experimentelle Test analysiert 15 spezifische Eiweiße im Blut, um zwischen Alzheimer, Parkinson, frontotemporaler Demenz und Demenz mit Lewy-Körperchen zu unterscheiden. Er erkennt zudem, ob eine Person mehr als eine dieser Erkrankungen aufweist, und liefert damit ein genaueres Bild als bisherige Untersuchungen.
Der Test erreichte eine Genauigkeit von 92,3 Prozent. Die Forscher betonen, dass unterschiedliche Demenzarten verschiedene Behandlungsansätze erfordern. Durch die genaue Bestimmung können Therapien künftig gezielter abgestimmt werden.
Entwickelt wurde der Test auf Basis von Blutproben und medizinischen Daten von mehr als 3.000 Patientinnen und Patienten an zwei US-Kliniken. Mithilfe künstlicher Intelligenz wurden aus insgesamt 123 Eiweißen jene 15 ausgewählt, die am zuverlässigsten auf die jeweiligen Erkrankungen hinweisen. Die Resultate des Tests wurden zusätzlich mit den tatsächlichen Befunden aus Hirngewebe nach dem Tod verglichen.
Die Forscher arbeiten nun daran, den Test namens GPND-AI in klinischen Studien weiter zu prüfen und für ein Zulassungsverfahren bei den Behörden vorzubereiten. Fachleute sehen darin einen wichtigen Schritt für die Demenzdiagnostik, weisen jedoch darauf hin, dass Bluttests allein keine umfassende ärztliche Untersuchung ersetzen können.