Was lange als reines Potenzmittel galt, beschäftigt nun die Wissenschaft: Sogenannte PDE5-Hemmer wie Sildenafil (bekannt als Viagra) oder Tadalafil werden auf ihre mögliche Wirkung beim Altern untersucht.
Der Wirkstoff blockiert ein Enzym, das den Botenstoff cGMP abbaut. Dadurch entspannen sich die Gefäße und die Durchblutung verbessert sich - ein zentraler Faktor, der beim Altern nachlässt.
Wie chip.de berichtet, zeigen erste Beobachtungsstudien interessante Zusammenhänge: Eine Analyse mit über 43.000 Männern fand eine Verbindung zwischen PDE5-Hemmern und einem niedrigeren Alzheimer-Risiko. Eine andere Studie wies auf ein reduziertes Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse hin.
Wichtig dabei: Diese Studien zeigen nur Korrelationen, keine direkte Ursache-Wirkungs-Beziehung. Ein lebensverlängernder Effekt ist nicht bewiesen. Die Forscher betonen, dass PDE5-Hemmer nicht in klassische Alterungsmechanismen wie DNA-Schäden oder Zellalterung eingreifen.
Stattdessen könnten sie die sogenannte "Healthspan" verbessern - also die Zeit, in der wir gesund und fit bleiben. Sie verbessern die Funktionsfähigkeit bestehender Systeme, anstatt das Altern selbst aufzuhalten.
Biotech-Unternehmen wie Annovis Bio untersuchen bereits Kombinationen von Sildenafil mit anderen Therapien bei Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson. Die Idee: Durch bessere Durchblutung könnten andere Behandlungen wirksamer werden.
Das Fazit der Experten ist nüchtern: PDE5-Hemmer werden das Altern nicht aufhalten. Aber sie könnten helfen, besser damit umzugehen. Gesundes Altern entsteht nicht durch eine einzelne Pille, sondern durch das Zusammenspiel von Bewegung, Ernährung, Schlaf und Gefäßgesundheit.