Kleiner Faden, große Wirkung

Möchtest du länger leben? So hilft dir Zahnseide dabei

Eine einfache Bad-Gewohnheit könnte mehr für deine Gesundheit tun, als du bisher gedacht hast. Warum du auf diese nie verzichten solltest.
Heute Life
24.04.2026, 07:53
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Es gibt unzählige Tipps, wie man gesünder lebt: teure Supplements, Eisbäder oder Infrarot-Masken. Doch während viele nach schnellen Lösungen suchen, wird ein einfacher Klassiker oft übersehen – Zahnseide. Was unscheinbar wirkt, könnte mehr Einfluss auf deine Gesundheit haben, als du denkst.

Warum Zähneputzen alleine nicht reicht

Zweimal täglich putzen – das klingt nach einer soliden Routine. Doch tatsächlich erreichst du mit der Zahnbürste nur etwa 60 Prozent der Zahnoberflächen. Der Rest bleibt unberührt – genau dort, wo sich Bakterien besonders gern ansiedeln.

"Zahnseide ist eine einfache, aber entscheidende Maßnahme, weil sie den bakteriellen Biofilm zwischen den Zähnen entfernt – Bereiche, die eine Zahnbürste nicht erreicht", erklärt Parodontologe Richard Nejat gegenüber "Self". Ohne Zahnseide bleibt also ein großer Teil des Mundraums täglich ungepflegt.

Mund: Eintrittstor für Krankheiten

Besonders kritisch ist der Bereich zwischen Zahn und Zahnfleisch: Dort befindet sich empfindliches Gewebe, das stark durchblutet ist – und damit eine direkte Verbindung zum Blutkreislauf hat.

"Der sogenannte Sulkus – also die kleine Rinne zwischen Zahn und Zahnfleisch – besteht aus einem der durchlässigsten Gewebe im menschlichen Körper", verrät Kami Hoss, Zahnarzt, im "Self"-Interview. Bakterien können hier besonders leicht in den Körper gelangen und sich weit über den Mund hinaus auswirken.

Vom Zahnfleisch zum Herz & Hirn

Studien zeigen nämlich: Regelmäßiges Flossen steht in Zusammenhang mit einem geringeren Risiko für Demenz, Alzheimer und Schlaganfälle. Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen treten seltener auf.

Umgekehrt kann mangelnde Mundhygiene gefährlich werden: Bestimmte Bakterien aus dem Mund wurden bereits in verstopften Arterien und sogar im Gehirn von Alzheimer-Patienten nachgewiesen. "Wenn du keine Zahnseide benutzt, können Bakterien in den Blutkreislauf gelangen und Entzündungen der Blutgefäße, Schäden sowie kleine Blutgerinnsel verursachen", warnt Ärztin Jennifer Timmons.

Zudem spielt Entzündung eine zentrale Rolle. Bleibt sie im Mund unbehandelt, kann sie sich im ganzen Körper ausbreiten: "Chronische Zahnfleischerkrankungen verursachen eine systemische Entzündungsbelastung, die nahezu alle wichtigen Krankheitsbereiche betrifft", so Hoss.

So benutzt du Zahnseide richtig

Entscheidend ist nicht nur, dass du Zahnseide benutzt – sondern wie und wann. Experten empfehlen, sie am Abend zu verwenden. "Du verschließt deinen Mund für sechs bis acht Stunden. Deshalb ist es viel wichtiger, den Biofilm vor dem Schlafengehen zu entfernen als nach dem Frühstück", erklärt Hoss.

Wichtig ist auch die Technik: Die Zahnseide sollte in einer C-Form um den Zahn gelegt und sanft auf und ab bewegt werden. So erreichst du auch die Bereiche unter dem Zahnfleischrand.

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