Versorgung in NÖ

Neuer Gesundheitsplan: "Erste Maßnahmen greifen"

Vor einem Jahr wurde der Gesundheitsplan 2040+ ins Leben gerufen. Was bisher umgesetzt wurde, was noch kommt. "Heute" hat die Details.
Erich Wessely
01.04.2026, 06:30
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Mit dem Gesundheitsplan 20240+ war vor einem Jahr der langfristige Fahrplan für die Gesundheitsversorgung in NÖ vorgestellt worden. Trotz Gegenwinds greifen bereits erste Maßnahmen, betont Spitals-Landesrat Anton Kasser (VP): "Wir stehen geschlossen hinter diesem Plan."

Durch Bündelung von Leistungen, etwa im Bereich der Geburtshilfe vom LK Klosterneuburg ins UK Tulln, werde die Versorgungsqualität erhöht. Im Rahmen des Projekts "HNÖ hilft" wurden über 80 Kinder operiert.

Neben der bereits bestehenden Akutgeriatrie im LK Waidhofen/Thaya konnten Angebote an vier weiteren Klinikstandorten (Melk, Mödling, Klosterneuburg und Stockerau) geschaffen werden. Weitere Angebote sind in Planung (Waidhofen/Ybbs, Neunkirchen, Lilienfeld).

Pilotprojekt "HerzMobil" in Wr. Neustadt

Dazu sei das Projekt Gesundheitsklinik Gmünd auf Schiene. Mit dem Pilotprojekt "HerzMobil" werde am Uniklinikum Wr. Neustadt die Nachsorge für Patienten mit Herzinsuffizienz verbessert. Und durch eine neue Erstversorgungsambulanz werde die Notaufnahme im LK Baden entlastet.

Eine bessere Zusammenarbeit der einzelnen Standorte wurde durch die Schaffung von Klinikverbänden erreicht, nämlich dem Klinikverband Wiener Neustadt-Hochegg, dem Klinikverband Korneuburg-Stockerau-Hollabrunn und dem Klinikverband Tulln-Klosterneuburg. Auch die onkologische Versorgung in der Thermenregion konnte durch eine spezialisierte Ambulanz und Tagesklinik am Landesklinikum Baden verbessert werden.

Leistungsspektrum der NÖ Gesundheitsklinik Gmünd

Gut ein Jahr nach der Präsentation des Gesundheitsplans 2040+ konnte auch das finale Leistungsspektrum der Gesundheitsklinik Gmünd präsentiert werden: "Die NÖ Gesundheitsklinik Gmünd gewährleistet künftig eine medizinische Versorgung rund um die Uhr. An sieben Tagen die Woche steht eine durchgehende Erstversorgung zur Verfügung, ergänzt durch eine erweiterte allgemeinmedizinische Basisversorgung und fachärztliche Versorgung. Zudem wird der Notarztstützpunkt mitsamt Hubschrauberlandeplatz zukünftig am Standort verortet. In Zeiten, in denen der Notarzt nicht im Einsatz ist, steht dieser somit zusätzlich für die Versorgung von Patienten zur Verfügung. Gmünd wird mit tagesambulanten Eingriffen in den Fächern Chriurgie, Augenheilkunde und Orthopädie/Traumatologie das tagesambulante Zentrum des Waldviertels. Ergänzt wird die neue Klinik durch ein Radiologiezentrum und auch ein Chronikerzentrum", heißt es in einer Aussendung.

Nächste Projekte stehen am Plan, etwa der Ausbau der roboterassistierten Chirurgie an mehreren Standorten oder die Implementierung einer Nurse led Unit (NLU), einer pflegegeleiteten Station, am Landesklinikum Waidhofen/Thaya.

"Gesundheitssystem steht vor Herausforderungen"

"Unser Gesundheitssystem steht vor großen Herausforderungen. Und genau deshalb haben wir mit dem Gesundheitsplan 2040+ einen fundierten und verlässlichen Fahrplan für die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Niederösterreich", so Anton Kasser. Denn: "Unsere Verantwortung endet nicht heute oder morgen, sondern reicht weit über das Jahr 2040 hinaus."

"Der Gesundheitsplan ist mittlerweile seit einem Jahr beschlossen und wird von allen Parteien in der niederösterreichischen Landesregierung mitgetragen. Auch der Regionale Strukturplan Gesundheit in Niederösterreich wurde vom SPÖ-geführten Gesundheitsministerium begutachtet und gutgeheißen und in weiterer Folge in Niederösterreich einstimmig beschlossen. Damit ist die fachliche Grundlage gelegt, auf deren Basis nun die konkrete Umsetzung durch die zuständigen Institutionen wie LGA, ÖGK und weitere Stakeholder erfolgt", sagt Landesrat Martin Antauer (FP).

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"Wir wissen, unsere Gesellschaft wird immer älter, gleichzeitig gehen die Geburtenzahlen stark zurück, die Baby-Boomer-Generation tritt schrittweise in den Ruhestand, die Teilzeitquote steigt auch im Gesundheits- und Pflegebereich und der Fachkräftemangel ist längst Realität und keine Zukunftsprognose mehr. Gleichzeitig sehen wir die Anforderungen der modernen Medizin, die großartige, neue Behandlungsmöglichkeiten bietet, jedoch auch eine zunehmende Spezialisierung der Fachkräfte und eine stärkere interdisziplinäre Zusammenarbeit verlangt. Genau deshalb müssen wir entsprechend reagieren und unsere Strukturen anpassen", so Soziallandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (VP).

"Schritt für Schritt"

Für LGA-Vorständin Elisabeth Bräutigam sei klar: "Die bisherigen Umsetzungen zeigen, dass der Gesundheitsplan kein theoretisches Konzept ist, sondern Schritt für Schritt realisiert wird. Die Maßnahmen tragen dazu bei, die Versorgung moderner, koordinierter und patientenorientierter zu gestalten."

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