"Alles sauteuer"

Kurz vor Ostern explodiert die Eier-Nachfrage

Die Nachfrage nach Eiern ist heuer so hoch, dass selbst Direktvermarkter an ihre Grenzen kommen. Kurz vor Ostern spitzt sich die Lage weiter zu.
Victoria Carina  Frühwirth
01.04.2026, 05:00
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"Wir haben eine sehr hohe Anfrage und dafür zu wenige Eier", sagt Landwirt Manfred Niedl aus Klosterneuburg im "Heute"-Gespräch. Sein Hof betreibt unter anderem einen Eier-Automaten – doch der wird aktuell zum Dauer-Problemfall: "Unser Automat ist ständig ausverkauft. Wir haben aber nicht genug Eier, um den Automaten wieder zu füllen."

Hier werden die Eier verkauft – wenn noch welche übrig bleiben.
Manfred Niedl

Nachfrage so stark wie selten

Normalerweise gibt es zu Jahresbeginn eine ruhigere Phase. "Für gewöhnlich entsteht im Jänner ein Nachfrage-Loch", erklärt Niedl. Heuer sei das aber komplett ausgeblieben.

Seine Erklärung: "Ich glaube, dass die Leute sich keinen Skiurlaub mehr leisten wollen und stattdessen öfter daheim essen gehen." Dadurch sei die Nachfrage auch in der Gastronomie hoch geblieben – und die Eier gingen schneller aus als sonst.

Das bestätigt auch die Branche insgesamt. Eierproduzent Martin Schrall aus Würmla (Atzenbrugg, Bezirk Tulln) spricht im "Kurier" von einem angespannten Markt: "Der Markt ist so leer gefegt und alles, was am freien Markt erhältlich ist, ist sauteuer."

Globale Krise wirkt bis nach Österreich

Hauptgrund für die Knappheit ist die internationale Lage. Die Geflügelgrippe hat in vielen Ländern große Bestände reduziert. "Das nimmt sehr viele Tiere aus der Produktion und drückt auf den gesamten europäischen Markt", so Schrall. Auch Österreich spürt die Folgen, obwohl das Land von der Geflügelgrippe selbst weniger stark betroffen ist.

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Für Konsumenten wird das spürbar. Niedl kündigt bereits eine Preiserhöhung an: "Mit 1. April muss ich den Eierpreis erhöhen." Seine Freilandeier in Größe L kosten ab heute 42 Cent pro Stück, Größe M kostet 40 Cent pro Ei. "Vor zehn Jahren waren wir noch bei 36 oder 38 Cent." Auch die Gründe für die Preiserhöhung sind klar: "Wir müssen die Preise steigern, weil die Produktionskosten steigen." Vor allem Junghennen und Futter seien deutlich teurer geworden.

Schrall bestätigt die Entwicklung: "Der Preis ist international aufgrund der Geflügelpest in immense Sphären gestiegen."

Ostereier fehlen heuer

Besonders bitter: Selbst typische Saisonprodukte sind betroffen. "Normalerweise können wir im Jänner Ostereier färben und verkaufen, aber dafür haben uns die Eier gefehlt", sagt Niedl.

Die Folge: Viele Kunden müssen heuer verzichten. "Ständig werde ich nach Ostereiern gefragt und jedes Mal muss ich absagen." Dabei wäre die Nachfrage gerade jetzt besonders hoch: "Vor Weihnachten und Ostern sind bei uns die großen Eier-Hotspots."

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Basierend auf Daten von e-control, ohne Gewähr für die Richtigkeit.

Betriebe am Limit, aber Versorgung gesichert

Die Kapazitäten sind vielerorts ausgeschöpft. "Für gewöhnlich haben wir Platz für etwa 1.450 Legehennen. Im Moment sind wir komplett voll", so Niedl. Einen Teil hält er in mobilen Freilandställen, der Rest entfällt auf Bodenhaltung.

In diesen mobilen Ställen werden etwa 450 Legehennen gehalten.
Manfred Niedl

Trotz der angespannten Lage gibt es auch beruhigende Stimmen.
"Aktuell gibt es im niederösterreichischen Lebensmittelhandel keine Versorgungsengpässe bei Eiern", heißt es aus der Wirtschaftskammer Niederösterreich.

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Ganz ohne Einschränkungen wird es aber nicht gehen. "Ja, es wird für jeden ein Osterei geben", sagt Schrall im "Kurier". Ob immer die gewünschte Farbe oder Haltungsform verfügbar ist, sei aber nicht garantiert – besonders bei Bio-Eiern.

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