Selbst gefärbte Ostereier gehören für viele Familien zum Osterfest dazu. Doch nicht jede Farbe aus dem Handel hält, was sie verspricht. Das Verbraucherschutzmagazin Öko-Test hat insgesamt sieben Ostereierfarben unter die Lupe genommen - mit einem ernüchternden Ergebnis.
Vier Marken schneiden insgesamt "gut" ab – ohne Kritik kommt aber keine davon.
Überprüft wurden dabei die Inhaltsstoffe, die Verpackung und in der Praxis der Färbevorgang nach Herstellerangaben und das Farbergebnis. Dabei zeigte sich: Einige Farben überzeugen zwar optisch, weisen aber Schwächen bei den Inhaltsstoffen oder der Umweltbilanz auf. Am Ende erreichte kein einziges Produkt die Spitzennote, vier Marken schnitten jedoch immerhin mit "gut" ab.
Besonders kritisch bewertet wurden synthetische Farbstoffe – allen voran sogenannte Azofarbstoffe sowie Chinolingelb. Diese fanden sich in fünf der sieben getesteten Produkte. Die Stoffe stehen seit Jahren in der Diskussion: Studien deuten darauf hin, dass sie bei Kindern Hyperaktivität oder Konzentrationsprobleme begünstigen könnten.
Hinzu kommt ein regulatorisches Problem: Während Lebensmittel mit solchen Farbstoffen gekennzeichnet werden müssen, gilt diese Pflicht für Ostereierfarben nicht – da sie offiziell nur die Schale färben sollen. Im Praxistest zeigte sich jedoch, dass diese Annahme nicht immer zutrifft. Mehrere Produkte färbten nicht nur die Schale, sondern hinterließen sichtbare Spuren im Inneren des Eies.
Trotz der Kritik gibt es brauchbare Optionen: Vier Produkte überzeugten entweder durch bessere Inhaltsstoffe oder ein solides Farbergebnis. Darunter die "Metma Eierfarbentabletten zum Kaltfärben". Sie erzielten sowohl bei den Inhaltsstoffen als auch im Praxistest gute Ergebnisse. Die Tabletten färben die Eier zuverlässig, auch wenn einzelne Farben laut Test stärker durch die Schale dringen und Gelb weniger deckt.
Ebenfalls "gut" sind die "Ökonorm Nawaro Eierfarben". Sie unterscheiden sich von vielen anderen Produkten, weil sie ausschließlich auf natürliche Farbstoffe setzen, etwa auf Kurkumin oder Chlorophylline. Im Praxistest färbten die Eier ausreichend intensiv und gleichmäßig. Ein kleiner Nachteil: Einige Pigmente lösen sich im Wasser schlechter auf.
Die beliebten "Heitmann Eierfarben Knalligbunte Farben" schnitten in der Untersuchung hingegen nur mit "ausreichend" ab. Kritisiert wurde vor allem das umständliche Färbesystem. Für drei Eier müssen Wasser, Farblösung in Blisterpatronen und ein halber Farbverstärker jeweils in Plastikbeuteln mit Clips zusammen in einem Topf gekocht werden. Zwar lassen sich so bis zu zwölf Eier gleichzeitig färben, der Aufwand ist jedoch hoch und spart kaum Zeit. Außerdem würde dabei viel Plastikmüll anfallen.