Gänseblümchen-Doppelgänger

Diese Blume solltest du sofort aus dem Garten entfernen

Einmal im Garten angekommen, ist sie kaum zu stoppen. Diese Pflanze nutzt jede Lücke und verdrängt dabei alles, was eigentlich dort hingehört.
Heute Life
31.03.2026, 12:04
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Zwischen Pflastersteinen, am Rand der Wiese oder mitten im Blumenbeet tauchen plötzlich zarte, weiße Blüten auf. Sie wirken filigran, fast wie kleine Gänseblümchen – harmlos, ja sogar hübsch. Viele Gartenbesitzer lassen sie deshalb einfach stehen, doch genau das kann zum Problem werden: Hinter der scheinbar idyllischen Pflanze steckt ein echter Störenfried für unser Ökosystem.

Hübsch, aber heimtückisch

Die Rede ist vom Einjährigen Berufkraut: Ursprünglich stammt die Pflanze aus Nordamerika und wurde bereits im 18. Jahrhundert nach Europa gebracht – damals bewusst als Zierpflanze. Heute ist sie längst kein gern gesehener Gast mehr, sondern gilt als invasive Art.

Der Name "Berufkraut" klingt dabei irreführend – mit dem Job hat er nichts zu tun. Vielmehr geht er auf einen alten Volksglauben zurück: Pflanzen sollten früher vor "Verhexung" schützen. "Berufen" bedeutete einst so viel wie "verhexen".

Botanisch gehört das Berufkraut zur Familie der Korbblütler: Die Pflanze wächst schnell, bildet verzweigte Stängel und kann überraschend hoch werden. Seine feinen, weißen Blüten wirken zwar dekorativ, täuschen aber über seine aggressive Ausbreitung hinweg.

Gefahr für Österreichs Natur

Was viele nicht wissen: Das Einjährige Berufkraut ist auch in Österreich längst verbreitet – und bereitet Naturschützern zunehmend Sorgen. Laut dem Naturschutzbund zählen invasive Neophyten zu den größten Bedrohungen für die heimische Artenvielfalt.

Das Problem: Diese Pflanzen verdrängen heimische Arten – und genau das macht auch das Berufkraut besonders effizient. Es ist extrem anpassungsfähig, wächst auf nahezu jedem Boden und verbreitet sich rasant über Samen, die der Wind kilometerweit tragen kann. Eine einzige Pflanze kann also tausende davon produzieren.

Für die Natur hat das Folgen: Während heimische Pflanzen oft wichtige Nahrungsquellen für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten sind, bietet das Berufkraut vergleichsweise wenig Nutzen. Wenn es sich großflächig ausbreitet, verlieren viele Insekten ihre Lebensgrundlage, mit Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem.

Warum du jetzt handeln solltest

Gerade im eigenen Garten kann sich das Berufkraut schnell festsetzen – und das oft unbemerkt. Besonders kritisch wird es, wenn die Pflanze zur Blüte kommt: Zwischen Juni und Oktober bildet sie ihre Samen und sorgt so für die nächste Generation.

Sobald du die Blumen entdeckst, solltest du handeln: Wichtig ist, sie vollständig zu entfernen – inklusive Wurzeln. Einfaches Mähen reicht nicht aus, da sie danach oft noch kräftiger nachwächst.

Auch bei der Entsorgung ist Vorsicht geboten: Die Pflanzen dürfen keinesfalls auf den Kompost oder in den Biomüll, da sich die Samen dort weiter verbreiten können. Stattdessen sollten sie gut verpackt im Restmüll entsorgt werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } 31.03.2026, 12:04
Jetzt E-Paper lesen