Urlaub wird nicht nur durch teurere Flüge, Hotels und Restaurants kostspieliger – auch neue Gebühren zur Eindämmung von Overtourism treiben die Preise in die Höhe.
Immer mehr Städte, Sehenswürdigkeiten und Naturgebiete verlangen mittlerweile Eintritt oder spezielle Reservierungen.
"Viele beliebte Reiseziele haben in den vergangenen Jahren neue Gebühren eingeführt oder bestehende erhöht. Teilweise sind inzwischen sogar Wanderwege kostenpflichtig – etwa auf Madeira. Das ist eine direkte Reaktion auf überfüllte Hotspots", erklärt ÖAMTC-Reiseexpertin Yvette Polasek.
Besonders in Naturschutzgebieten greifen immer häufiger neue Regelungen. In ausgewählten Nationalparks der USA müssen Besucher seit Jänner zusätzlich zum Eintritt bis zu 100 US-Dollar zahlen – teils inklusive verpflichtender Zeitfenster.
Auch auf Madeira, einem beliebten Ziel für Wanderfans in Portugal, gibt es seit Jahresbeginn strengere Vorschriften. Für bestimmte Routen müssen Besucher vorab über die Plattform "SIMplifica" ein Zeitfenster buchen – verpflichtend für alle, auch für Kinder. Der Zugang kostet 4,50 Euro pro Person ab 12 Jahren, alternativ gibt es Mehrtagestickets. Wer ohne Reservierung unterwegs ist, riskiert Strafen von bis zu 50 Euro.
Ähnliche Entwicklungen zeigen sich in ganz Europa: Im spanischen Andalusien kostet der Zugang zum berühmten Wanderweg Caminito del Rey rund zehn Euro.
Auch Naturhighlights wie die Felsenstadt Adršpach in Tschechien oder die Blue Lagoon in Island sind längst nicht mehr kostenlos zugänglich.
Nicht nur Naturziele reagieren auf den Besucheransturm. Auch klassische Sehenswürdigkeiten führen Gebühren ein: So kostet seit Februar der Zugang direkt zum Trevi-Brunnen in Rom zwei Euro pro Person – zumindest für jene, die ganz nah ans Wasser möchten.
In Griechenland werden zudem Kreuzfahrtpassagiere zur Kasse gebeten.
Besonders stark frequentierte Inseln wie Santorin oder Mykonos verlangen in der Hochsaison Gebühren von bis zu 20 Euro pro Person beim Landgang.
Damit solche Zusatzkosten nicht zur bösen Überraschung werden, rät der ÖAMTC zu einer frühzeitigen Budgetplanung. Denn auch kleine Beträge können sich – vor allem bei Familien oder Gruppen – schnell summieren.
Unterstützung bietet etwa die ÖAMTC-App "Meine Reise", mit der sich Ausgaben für Unterkunft, Verpflegung, Aktivitäten und Eintrittsgebühren übersichtlich kalkulieren lassen. Ergänzend helfen Reiseinfos und Tipps dabei, den Urlaub nicht nur besser zu organisieren, sondern auch versteckte Kosten rechtzeitig einzuplanen.