Man schlendert durch eine enge Gasse – und plötzlich hängt über dem Kopf ein Meer aus Farben. Dutzende, manchmal sogar Hunderte bunte Regenschirme schweben scheinbar über der Straße und tauchen den Asphalt in ein Spiel aus Licht, Schatten und Regenbogenfarben. Für viele Besucher ist das ein überraschender Moment – und oft auch der perfekte Fotospot. Was heute in vielen Städten der Welt zu sehen ist, begann einst als kreative Idee in einer kleinen portugiesischen Stadt.
Der Ursprung der bunten Regenschirm-Gassen liegt im Jahr 2012: Damals startete die portugiesische Kleinstadt Águeda das sogenannte "Umbrella Sky Project". Künstler spannten unzählige farbenfrohe Schirme über die Straßen, um graue Plätze in lebendige Kunstwerke zu verwandeln.
Die Installation wurde schnell zum Hingucker: Besucher strömten in die Stadt, um unter dem "Regenschirm-Himmel" zu spazieren und Fotos zu machen. Aus einer einfachen Idee entwickelte sich ein weltweites Phänomen: Bis heute haben mehr als 170 Städte ähnliche Installationen umgesetzt.
Hinter der Aktion steckt die Kreativagentur Impactplan. Ihr Ziel: graue Ecken in den Städten mit Farbe und Lebensfreude zu füllen. Auf ihrer Website schreiben sie, das Projekt sei "von der zauberhaften Bildsprache von Mary Poppins" inspiriert. "Seit seiner Premiere haben wir das Projekt in zahlreichen Städten und Ländern präsentiert und Straßen in Freilichtmuseen verwandelt."
In Águeda kannst du die bunten Schirme jedes Jahr vom 1. Juli bis 30. September bestaunen. Die Künstler bringen ihr Projekt aber auch immer wieder in andere Länder – etwa nach Bahrain, Japan, Norwegen, Spanien oder in die USA. Inzwischen spannen auch viele andere Städte Regenschirme quer über ihre Gassen.
Der farbenfrohe Trend hat inzwischen auch Österreich erreicht. Besonders bekannt ist die Lederergasse in Villach, die sich in den Sommermonaten regelmäßig in eine sogenannte Regenschirm-Gasse verwandelt. Über der Straße hängen dann einige bunte Schirme und bilden ein farbenfrohes Dach über der Altstadt.
Die Installation sorgt nicht nur für Schatten, sondern ist auch ein beliebtes Fotomotiv. Auf Instagram und anderen sozialen Netzwerken teilen Besucher regelmäßig Bilder der bunten Gasse und machen die Stadt damit zu einem kleinen "Umbrella-Sky"-Hotspot in Österreich.