Keiner will diesen Job

Traumjob am Strand! Lignano sucht Bademeister

Italienische Strände leiden unter akutem Bademeistermangel. Viele entscheiden sich lieber für Jobs mit weniger Risiko.
Heute Life
04.03.2026, 17:30
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In Italien wird der Mangel an Bademeistern im Sommer immer schlimmer. Trotz aller Bemühungen, den Job attraktiver zu machen, gehen die Anmeldungen für die Bademeister-Kurse stark zurück. Im Vergleich zu den besten Jahren sind es jetzt um ein Drittel weniger, wie die "Kleine Zeitung" berichtet.

Während die Sommermonate verstreichen, werden die aktiven Bademeister immer älter und nähern sich der Pension. Dabei braucht es gerade an den Stränden, wo im Sommer tausende Urlauber baden, unbedingt eine autorisierte Badeaufsicht. Ohne Bademeister darf dort kein Strandbetrieb stattfinden.

20 Bademeister-Posten zu besetzen

Um das Problem in den Griff zu bekommen, hat man in Lignano, dem größten Badeort in Friaul-Julisch Venetien, schon letztes Jahr einen Intensivkurs für die Bademeister-Ausbildung angeboten. Dieser Kurs war speziell für ehemalige Sportschwimmer gedacht, die den Bademeisterschein schneller schaffen als andere. "Und dieser Kurs war auch ein voller Erfolg, was die Kursteilnehmer anbelangt. Nur hat sich von denen dann keiner für den Bademeister-Beruf im Sommer am Meeresstrand beworben. Jetzt suchen wir circa 20 Bademeister für diese Saison", zitiert die Friauler Tageszeitung "Messaggero Veneto" Filippo Padovani, Fortbildungsbeauftragter des italienischen Schwimmverbandes. Die Hoffnung liegt jetzt auf den 16-jährigen Jugendlichen, denn sie dürfen schon als Bademeister arbeiten. Doch die meisten haben kein Interesse daran.

Bademeistergehalt = Kellnergehalt

Die Bezahlung als Bademeister ist gleich wie bei einem Kellner. Viele Jugendliche gehen dann lieber in die Gastronomie, weil es dort – vor allem, wenn viele Deutschsprachige Gäste kommen – auch Trinkgeld gibt. Zwar machen viele Jugendliche die Bademeister-Ausbildung trotzdem, aber meistens nur, um sich im Schulsystem ein paar Pluspunkte zu holen oder eine Zusatzqualifikation zu bekommen.

Einige der Schüler kommen überhaupt aus Gegenden, die gar nicht am Meer liegen. Immer mehr schrecken davor zurück, als Lebensretter zu arbeiten – oft, weil sie selbst Respekt oder Angst vor dem Meer haben. Dazu kommt die große Verantwortung, die mit dem Job verbunden ist. Ältere, die den Bademeisterkurs gemacht haben, suchen sich lieber eine Ganzjahresstelle, etwa in einem Hallenbad.

Das Problem mit dem Mangel an Bademeistern gibt es an den italienischen Stränden schon seit etwa zehn Jahren. In Friaul-Julisch Venetien wird die Lage erst seit rund vier Jahren richtig schwierig.

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