Strafen massiv erhöht

Neue Regel in Italien gilt auch für Österreicher

In Italien gilt jetzt ein verschärftes Verkehrsrecht - wer mit über 0,8 Promille erwischt wird, muss ein Alkolock einbauen lassen – auch Österreicher.
André Wilding
25.02.2026, 13:07
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Italien zieht jetzt die Daumenschrauben im Straßenverkehr ordentlich an! Mit 25. Februar 2026 ist nämlich der verschärfte Straßenverkehrskodex in Kraft getreten. Neben höheren Strafen greift nun eine neue Maßnahme: Wer alkoholisiert am Steuer erwischt wird, muss künftig ein sogenanntes "Alkolock" in sein Fahrzeug einbauen lassen.

Das Gerät ist mit der Zündung verbunden. Bevor der Motor gestartet werden kann, muss der Lenker hineinpusten. Wird Alkohol im Atem erkannt, bleibt das Auto stehen. Länder wie die USA oder Schweden setzen bereits auf diese Technik. In Österreich scheiterte ein ähnlicher Vorstoß im Jahr 2017.

Einbau ist verpflichtend

Betroffen sind alle Fahrer, die mit mehr als 0,8 Promille angehalten werden. Zusätzlich zu Geldstrafe und Führerscheinentzug ist der verpflichtende Einbau des Geräts für zwei Jahre vorgesehen - auf eigene Kosten. Laut italienischem Verkehrsministerium belaufen sich diese auf rund 2.000 Euro.

Die Regelung gilt ausdrücklich auch für Ausländer. Wer als Österreicher in Italien mit zu viel Alkohol am Steuer erwischt wird und dort weiterhin fahren will, muss ebenfalls nachrüsten. Besonders relevant ist das für Lkw- und Transitfahrer, Grenzarbeiter oder Urlauber, die erneut nach Italien reisen möchten.

Auch Mitnutzer betroffen

Wer mit mehr als 1,5 Promille erwischt wird, muss das Gerät sogar drei Jahre verwenden. Wird ein Fahrzeug genutzt, das nicht dem Lenker gehört, verdoppelt sich die Dauer des Führerscheinentzugs. Bei jeder Fahrt ist ein neuer Test erforderlich, zudem muss das Alkolock jährlich kalibriert werden.

Der ehemalige Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) mit der Alkohol-Wegfahrsperre "Alkolock".
APA-Images / APA / HERBERT PFARRHOFER (Archivbild)

Auch Mitnutzer des Autos sind betroffen. Wird der Wagen etwa von Ehepartner oder Kindern gelenkt, müssen auch sie vor Fahrtantritt blasen - selbst wenn sie nichts mit dem Delikt zu tun hatten.

"Wer das Gerät manipuliert, riskiert doppelte Strafen", erklärt Luigi Altamura, Leiter der Lokalpolizei Verona. Konkret drohen bis zu 638 Euro Strafe und ein weiterer Führerscheinentzug von sechs Monaten.

Nur zwei Modelle zugelassen

Verkehrsminister Matteo Salvini begründet die Maßnahme klar: "Die Alcolock-Maßnahme soll Rückfälle verhindern und das Risiko schwerer Unfälle senken." In Italien sterben jedes Jahr bis zu 3.000 Menschen im Straßenverkehr, häufig spielt Alkohol eine Rolle.

Zugelassen sind derzeit nur zwei Modelle: der Breatech Alcolock B1000 und der Zaldy Alcolock. Zudem hat das Verkehrsministerium eine Liste jener Automarken veröffentlicht, bei denen ein Einbau technisch möglich ist. Für Fahrzeuge, die älter als 20 Jahre sind, ist eine Nachrüstung aufgrund veralteter Technik nahezu unmöglich - ihre Besitzer sind von der Pflicht ausgenommen.

{title && {title} } wil, {title && {title} } Akt. 25.02.2026, 13:10, 25.02.2026, 13:07
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