Die geopolitischen Spannungen der vergangenen Wochen haben unmittelbare Auswirkungen auf die globale Sicherheitslage. Das auf Frühwarnsysteme spezialisierte Unternehmen A3M hat seine renommierte "Risk Map 2026" deshalb außerplanmäßig aktualisiert. Besonders im Nahen und Mittleren Osten hat sich die Lage spürbar verschärft – mit Folgen für Reisende, Unternehmen und internationale Organisationen.
Auslöser der Neubewertung sind vor allem die jüngsten militärischen Entwicklungen zwischen Israel und dem Iran. Nach israelischen Angriffen auf Ziele im Iran hat sich die Sicherheitslage in mehreren Staaten der Golfregion deutlich verschlechtert.
Israel selbst wurde in der Risikobewertung von "erhöhtem Risiko" (Level 3, Gelb) auf "hohes Risiko" (Level 4, Orange) angehoben. Auch Jordanien verzeichnet eine spürbare Zuspitzung: Mehrfach wurden iranische Drohnen und Raketen im jordanischen Luftraum abgefangen, zudem gerieten US-Militärstützpunkte in der Region ins Visier von Angriffen. Die Folge: Auch Jordanien wird nun in der Risk Map mit der zweithöchsten Warnstufe bewertet.
Besonders alarmierend ist nach Angaben von A3M die Entwicklung in mehreren Golfstaaten. Sicherheitsrelevante Einrichtungen wie Flughäfen, Militärstützpunkte und Energieanlagen wurden zuletzt gezielt angegriffen.
Davon betroffen sind unter anderem Kuwait, Bahrain, Katar sowie die Vereinigten Arabischen Emirate. Vor allem Dubai rückt zunehmend in den Fokus möglicher Angriffe. Die Sicherheitslage in diesen Staaten wurde deshalb von bislang niedrigeren Einstufungen auf ebenfalls Level 4 (Orange) angehoben.
Auch Saudi-Arabien und Oman sehen sich mit neuen Bedrohungen konfrontiert. In Saudi-Arabien konzentrieren sich Angriffe vor allem auf die Hauptstadt Riad, Militärbasen und Ölfelder. Im Oman hingegen kam es verstärkt zu Angriffen entlang der Hafeninfrastruktur und im Umfeld der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Während einzelne Regionen in Saudi-Arabien hochgestuft wurden, gilt im Oman nun landesweit die Risikostufe Orange.
Unverändert kritisch bleibt die Situation im Iran. Das Land verbleibt auf dem höchsten Risikoniveau der Risk Map – Level 5 (Rot). Reisen dorthin sind weiterhin mit extremen Sicherheitsrisiken verbunden.
Auch im Irak bleibt die Lage angespannt. Besonders in den nordöstlichen Kurdengebieten sowie im Umfeld von US-Militärstützpunkten und Ölfeldern bestehen weiterhin sehr hohe Sicherheitsrisiken.
Die Veränderungen beschränken sich jedoch nicht nur auf den Nahen Osten. Auch andere Regionen der Welt wurden neu bewertet. Auf Zypern hat sich die Sicherheitslage infolge der regionalen Eskalation moderat verschlechtert. Die strategische Lage der Insel und die Präsenz internationaler Militärbasen binden das Land zunehmend in die sicherheitspolitischen Entwicklungen des Nahen Ostens ein. Entsprechend wurde Zypern von "geringem Risiko" (Level 2, Hellgrün) auf "erhöhtes Risiko" (Level 3, Gelb) angehoben.
In der Karibik wurde Kuba neu bewertet. Die Verschärfung der US-Wirtschaftsblockade und zunehmende Versorgungsengpässe sorgen für wachsende innenpolitische Spannungen. Erste Proteste im Land gelten als Warnsignal. Auch hier steigt die Einstufung von Level 2 auf Level 3.
Eine eher ungewöhnliche Anpassung betrifft Grönland. Die Insel wurde erstmals neu bewertet – Hintergrund sind geopolitische Spannungen im Zusammenhang mit territorialen Forderungen der Vereinigten Staaten gegenüber Dänemark. Zwar gilt die Lage weiterhin als stabil, dennoch wurde Grönland von der niedrigsten Risikostufe (Level 1, Dunkelgrün) auf Level 2 (Hellgrün) gesetzt. Die Bewertung spiegelt vor allem eine zunehmende geopolitische Aufmerksamkeit für die strategisch wichtige Arktis wider.
Die "Risk Map" von A3M gilt seit Jahren als wichtiges Instrument für Unternehmen, Behörden und internationale Organisationen, um Sicherheitsrisiken weltweit einzuschätzen. Die Karte unterscheidet fünf Risikostufen – von sehr geringem Risiko bis hin zu Regionen, in denen Reisen aufgrund bewaffneter Konflikte oder massiver Instabilität grundsätzlich nicht empfohlen werden.