Kokosöl, Backpulver & Co

Durch Kurkuma helle Zähne? Ärztin warnt vor TikTok-Tipp

Online wird Kurkuma als natürlicher Zahnaufheller gefeiert, von dem Trend ist eine Zahnärztin aber kein großer Fan.
28.10.2025, 14:42
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Im Internet tauchen immer wieder Hausmittel und DIY-Hacks auf, mit denen die Zähne angeblich ganz natürlich und günstig aufgehellt werden: Nun ist Kurkuma an der Reihe. Influencer betiteln im Netz das sonnengelbe Gewürzpulver als Wundermittel für ein strahlend weißes Lächeln. Für manche mag sich es nach einem natürlichen Bleaching-Trick anhören, eine Zahnärztin hält von diesem Beauty-Trend nicht viel.

Kein Ersatz für Zahnpasta

Kurkuma ist ein leuchtend gelbes Gewürz, das aus der Wurzel der gleichnamigen Pflanze gewonnen wird und vor allem in der indischen und südostasiatischen Küche verbreitet ist. Laut Schweizer Zahnärztin Hannah Selzner hellt Kurkuma die Zähne nicht wissenschaftlich nachweisbar auf: "Die Zähne oder auch Zahnersatz können durch die intensive Farbe von Kurkuma sogar eher verfärbt werden", so die Expertin gegenüber "20 Minuten".

Zwar habe das Gewürz aufgrund des Wirkstoffes Curcumin antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften, die sich positiv auf das Zahnfleisch auswirken können. Als Ersatz für Zahnpasta oder Bleaching taugt das Hausmittel nicht. "Ich empfehle das Gewürz nicht für die Mundhygiene, weil die Effekte nicht wissenschaftlich nachgewiesen sind", so Selzner.

Auf Social Media zeigt sich Influencerin Molly mit den gelb gefärbten Zähnen. In den Kommentaren zeigen sich User vom Aufhellungs-Trick nicht besonders begeistert: Während Nutzer schreiben, dass genau das Gegenteil damit bewirkt wird, meinen andere, dass die Zähne dadurch sogar sensibler werden.

Backpulver ist absolutes No-Go

Auch Kokosöl wird in den sozialen Medien als Wundermittel angepriesen. Doch auch hier lautet das Urteil der Zahnärztin klar: "Kokosöl hat keinen aufhellenden Effekt auf die Zähne." Die Kombination mit Kurkuma bringt also doppelt so wenig.

Für Content Creatorin Ariane gilt Backpulver als ultimativer Zahnaufhellungs-Trick. Vom DIY-Favorit auf Social Media sollte man lieber Abstand halten: "Backpulver ist zu aggressiv für den Zahnschmelz und kann ihn dauerhaft schädigen", betont die Schweizer Zahnärztin.

Bleaching Strips nur bedingt hilfreich

Etwas besser schneiden sogenannte Bleaching-Strips ab. "Hat jemand eine gute Mundhygiene, wenig Zahnbeläge und lässt die Zähne vor der Anwendung professionell reinigen, können Bleaching-Strips die Zähne leicht aufhellen", verrät Selzner. Denn: "Liegt Zahnstein oder Plaque auf den Zähnen, funktioniert das Bleaching nicht."

Kamillentee bei Zahnfleischreizungen

Wer mit Zahnbeschwerden zu kämpfen hat, kann sich auf ein Hausmittel verlassen: "Bei Zahnfleischreizungen kann Kamillentee unterstützend wirken", so die Zahnärztin. Aber auch hier gilt: Erst durch eine Fachperson abklären lassen, woher die Reizung stammt.

Gefährliche Zahnhygiene-Fauxpas

Vor typischen Mundhygiene-Fehlern möchte die Schweizer Zahnärztin warnen: Wer seine Zahnzwischenräume oder die Zunge vernachlässigt, könnte dadurch mit Karies, Mundgeruch oder Zahnfleischentzündungen zu kämpfen haben. Wird mit zu viel Druck oder mit zu harten Zahnbürstenborsten die Zähne geputzt, könnte das Zahnfleisch sowie die Zahnsubstanz beschädigt werden.

Den Mythos, dass Milchzähne nicht wichtig wären, weil sie ausfallen und auch nicht gut geputzt werden müssen, hält die Zahnexpertin für besonders skurril: "Gerade Milchzähne sind kariesempfindlich und müssen gut geputzt werden", betont Selzner. Sie erfüllen eine wichtige Funktion als Platzhalter für die nachkommenden bleibenden Zähne. "Werden die Milchzähne nicht gut geputzt, ist es sehr wahrscheinlich, dass die späteren bleibenden Zähne auch nicht gut geputzt werden."

Professionelle Behandlung beim Arzt

Wer ein strahlendes Lächeln haben möchte, schafft das nur mithilfe eines Profis: Ein professionelles Bleaching beim Zahnarzt oder bei der Dentalhygiene ist laut Expertin am wirksamsten und sichersten. "Peroxid dringt in den Zahnschmelz ein und oxidiert Farbpigmente, wodurch die Zähne heller wirken." Damit der Effekt möglichst lange anhält, empfiehlt die Expertin färbende Lebensmittel wie rote Beeren, Curry oder Rotwein zu meiden sowie seinen Kaffeekonsum zu minimieren. Vom Rauchen sollte man ebenso die Finger lassen.

"Zahnpasten können oberflächliche Verfärbungen entfernen, ersetzen aber kein professionelles Bleaching", fügt Selzner hinzu. Die Expertin rät zudem von einem längeren Gebrauch von einer "Whitening"-Zahnpasta ab, da diese in der Regel recht abrasiv sind und den Zahnschmelz angreifen.

{title && {title} } red,20 Minuten, {title && {title} } Akt. 28.10.2025, 15:36, 28.10.2025, 14:42
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