Nach dem "Heute"-Bericht über die Verschleppung von Medienminister Andreas Babler (SPÖ) von bitter nötigen Reformen am Medienmarkt – seit sieben Monaten gibt es hier kaum Bewegung, während namhafte Verlage serienweise Mitarbeiter abbauen, um nicht zusperren zu müssen – findet nun der Wiener Bürgermeister und Parteikollege Bablers klare Worte.
"Die österreichische Medienlandschaft ist in einer Krise", bringt es Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) auf den Punkt – und betont zugleich, wie essenziell eine starke, unabhängige Berichterstattung für Demokratie und Gesellschaft sei. "Dem dürfen wir als Gesellschaft, als Politik und auch als Medienstandort Wien nicht tatenlos zusehen."
„Der Zugang zu unabhängigen und qualitätsgeprüften Informationen ist wichtiger denn je“Michael LudwigBürgermeister Wien
Gerade in Zeiten von Fake News und wachsendem Misstrauen gegenüber etablierten Medien brauche es verlässliche Informationen und faktenbasierte Recherchen. "Eine lebendige und vielfältige Medienlandschaft ist das wirksamste Mittel gegen Desinformation, gegen Propaganda aber auch zur Belebung öffentlicher Debatten", sagt Ludwig. Sein Appell: "Der Zugang zu unabhängigen und qualitätsgeprüften Informationen ist wichtiger denn je."
Mit der Wiener Medieninitiative habe man bereits ein innovatives Förderinstrument geschaffen. Doch Ludwig blickt über die Stadtgrenzen hinaus: "Wir müssen uns österreichweit mit globalen Phänomenen auseinandersetzen, die Medien täglich weiter unter Druck setzen." Vor allem US- und China-Plattformen wie Google, Meta oder TikTok würden dem heimischen Markt Milliarden an Werbegeld entziehen – ohne etwas zurückzugeben.
"Diese Online-Giganten generieren über 2,5 Milliarden Euro an Werbeeinnahmen – ohne damit Arbeitsplätze abzusichern oder zur Medienvielfalt in Österreich beizutragen", kritisiert der Bürgermeister. Und warnt: "Wenn wir die Medienlandschaft in all ihrer Breite nicht nachhaltig unterstützen, wird das negative demokratiepolitische Auswirkungen haben."
Auch der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz in den großen Plattformen verschärfe die Lage: Nicht-qualitätsgesicherte Inhalte würden algorithmisch bevorzugt, während klassischer Journalismus immer weiter ins Hintertreffen gerate.
"Unsere Medien brauchen uns jetzt", so der Wiener Bürgermeister – und fordert: "Investieren wir unsere Werbemittel verstärkt in heimische Medien anstatt in Online-Giganten." Ein Aufruf, der ganz Österreich zum Umdenken bewegen soll.