Wer in Österreich eine Operation braucht, braucht oft vor allem eines: Geduld. Aktuelle Daten zeigen, dass viele Patientinnen und Patienten monatelang auf einen Eingriff warten müssen – und in manchen Fällen sogar noch deutlich länger. In 7 von 10 medizinischen Fachbereichen beträgt die Wartezeit auf eine Operation mehr als 16 Wochen, also über vier Monate. Eine klare, österreichweite Gesamtzahl gibt es derzeit nicht – das ist Teil des Problems. Anders als in manchen anderen Ländern werden OP-Wartelisten in Österreich dezentral nach Bundesland oder Krankenhaus erfasst, nicht als eine nationale Gesamtzahl veröffentlicht.
Experten gehen deshalb davon aus, dass es sich österreichweit um eine sehr große Zahl an wartenden Patienten handelt – wahrscheinlich im sechsstelligen Bereich, auch wenn es keine offizielle Gesamtstatistik gibt.
In Spanien hingegen kennt man die Gesamtzahl der aktuell Wartenden, wie die jüngsten Daten des Gesundheitsministeriums (Quelle auf Spanisch) zeigen. Dort erreichen die Wartezeiten auf Operationen einen neuen Höchststand. Laut aktuellen Daten des Gesundheitsministeriums warten derzeit mehr als 850.000 Menschen auf einen chirurgischen Eingriff im öffentlichen Gesundheitssystem – so viele wie noch nie.
Die durchschnittliche Wartezeit liegt aktuell bei 121 Tagen, also rund vier Monaten. Besonders alarmierend: Mehr als jeder fünfte Patient (21,6 %) wartet länger als sechs Monate auf eine Operation. Damit hat sich die Situation zwar im Vergleich zur Corona-Pandemie verbessert – damals lag die Wartezeit bei bis zu 170 Tagen –, doch von früheren Werten ist das System noch weit entfernt. Zum Vergleich: 2018 betrug die durchschnittliche Wartezeit etwa 90 Tage.
Ende 2025 standen 853.509 Patienten auf der Warteliste – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Sommer desselben Jahres, als es noch rund 832.000 waren.
Nicht nur Operationen sind betroffen. Auch für Termine bei Fachärzten müssen Patienten Geduld mitbringen. Die durchschnittliche Wartezeit beträgt hier 102 Tage.
Je nach Wohnort kann die Wartezeit stark variieren:
Die offiziellen Daten erfassen nur Patienten, die auf geplante Operationen warten. Andere Verzögerungen – etwa bei der Diagnose oder in der Primärversorgung – werden nicht berücksichtigt. Das bedeutet: Die tatsächliche Belastung könnte noch höher sein.