Robert Albon aus den USA ist kein gewöhnlicher Samenspender. Der Mann, Mitte 50, bietet seine Dienste seit 2013 unter dem Namen "Joe Donor" auf Social Media an – völlig unreguliert und ohne jede Kontrolle.
Nun wollte er vor dem High Court in London als rechtlicher Vater eines 2021 geborenen Kindes anerkannt werden. Das Gericht wies seinen Antrag jedoch ab.
Wie der britische Daily Star berichtet, hatte Albon der Mutter des Kindes seinen Samen gegen eine Amazon-Geschenkkarte im Wert von 150 Pfund (rund 175 Euro) zur Verfügung gestellt. Für eine frühere, erfolglose Spende erhielt er 100 Pfund.
Richter Sir Andrew McFarlane fand in seinem Urteil deutliche Worte: Es wäre "offensichtlich gegen die öffentliche Ordnung", Albon als Vater anzuerkennen. Ein anderer Richter hatte zuvor festgestellt, dass Albons Verhalten "von keinerlei anerkannten moralischen Prinzipien geleitet" sei.
Der selbsternannte Samenspender behauptet, in Ländern von Argentinien bis Australien bereits über 180 Kinder gezeugt zu haben. 2020 zog er nach England.
Laut Gericht hinterlässt Albon "persönliches Chaos" im Leben von "oft sehr verletzlichen Frauen". Ein früherer Richter beschrieb ihn als Mann, dem es an Empathie fehle und der andere kontrollieren wolle.
Die Anwältin der Mutter zeigte sich erleichtert: Obwohl Albon der biologische Vater sei, wäre es nicht angemessen gewesen, ihm elterliche Rechte zuzusprechen.