Amazon legt noch einmal kräftig nach: Am Montag hat der US-Riese weitere fünf Milliarden Dollar (rund 4,2 Milliarden Euro) in das KI-Unternehmen Anthropic investiert. Sollte Anthropic bestimmte Ziele schaffen, will Amazon sogar noch einmal 20 Milliarden Dollar zuschießen.
Anthropic hat sich im Gegenzug verpflichtet, in den nächsten zehn Jahren mehr als 100 Milliarden Dollar für Technik von Amazon Web Services (AWS) auszugeben. Die neuen fünf Milliarden Dollar kommen zu den bereits investierten acht Milliarden Dollar dazu, die Amazon schon vorher in Anthropic gesteckt hat.
Das Unternehmen ist vor allem durch seinen Chatbot Claude bekannt. Beide Firmen betonen, dass sie mit der Partnerschaft die Entwicklung von künstlicher Intelligenz weiter vorantreiben wollen. "Wir müssen die Infrastruktur aufbauen, um mit der schnell wachsenden Nachfrage Schritt zu halten", sagt Anthropic-Chef Dario Amodei.
Er ergänzt: "Unsere Zusammenarbeit mit Amazon wird es uns ermöglichen, die KI-Forschung weiter voranzutreiben und Claude gleichzeitig an unsere Kunden zu liefern." Anfang April hat Anthropic verkündet, dass sich die jährlichen Quartalsumsätze im Vergleich zum Vorquartal auf über 30 Milliarden Dollar verdreifacht haben.
Damit hat Anthropic erstmals den ChatGPT-Entwickler OpenAI überholt. Zuletzt gab es aber auch ordentlich Krach mit der US-Regierung. Anthropic hat dem Pentagon die uneingeschränkte militärische Nutzung seiner Technologie verweigert.
Als Reaktion hat das Pentagon die Firma als "Sicherheitsrisiko in der Lieferkette" eingestuft – ein bisher einmaliger Schritt. Nach einem Treffen vergangene Woche haben sich beide Seiten aber wieder angenähert.