Ein unerwarteter Führungswechsel sorgt beim iPhone-Konzern Apple für Aufsehen: CEO Tim Cook zieht sich im September von seiner Position zurück.
Wie das Unternehmen am Montag bekannt gab, wird der 65-Jährige Anfang September abtreten. Sein Nachfolger wird der langjährige Apple-Manager John Ternus. Cook soll künftig den Vorsitz des Verwaltungsrats übernehmen.
"Es war das größte Privileg meines Lebens, Vorstandschef von Apple zu sein und mit der Leitung eines so außergewöhnlichen Unternehmens betraut worden zu sein", erklärte Cook. Er hatte den Posten 2011 übernommen, nachdem Apple-Mitgründer Steve Jobs krankheitsbedingt zurückgetreten war. Jobs starb wenige Monate später im Alter von 56 Jahren.
Lob für Cooks Ära kam auch vom scheidenden Verwaltungsratschef Arthur Levinson. "Tims beispiellose und herausragende Führung hat Apple in das beste Unternehmen der Welt verwandelt", erklärte Levinson. "Seine Integrität und seine Werte durchdringen alles, was Apple tut", fügte er hinzu.
Mit John Ternus übernimmt ein langjähriger Insider das Ruder. Der Manager stieß 2001 zum Produktdesignteam und arbeitete sich über zwei Jahrzehnte bis an die Spitze der Hardwareentwicklung hoch. Ihm werden Beiträge zu zentralen Apple-Produkten wie iPhone, iPad, Apple Watch und Mac zugeschrieben.
"Ich bin zutiefst dankbar für diese Chance, Apples Mission weiter voranzutragen", erklärte Ternus. "Da ich nahezu meine gesamte Karriere bei Apple verbracht habe, hatte ich das Glück, unter Steve Jobs gearbeitet und Tim Cook als Mentor gehabt zu haben", fügte er hinzu.
Der Führungswechsel kommt überraschend – auch für Beobachter. "Apple vollzieht gerade einen grundlegenden Wandel in seiner KI-Strategie, und dass der langjährige CEO und legendäre Cook nun das Unternehmen verlässt, kommt überraschend", erklärte Wedbush-Analyst Dan Ives. "Auf Ternus wird großer Druck lasten, von Anfang an Erfolge vorzuweisen, insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz."
Gerade im KI-Sektor sehen Investoren Nachholbedarf. Während Konkurrenten wie Google oder Microsoft Milliarden in Rechenzentren investieren, agiert Apple bislang zurückhaltend. Auch ein angekündigtes KI-Update für Siri verzögerte sich zuletzt – ein Rückschlag, den Analysten als ungewöhnlich für den Konzern bewerten.