"Das sind doch nur schwere Knochen." Diesen Satz haben viele wohl schon einmal gehört – oder selbst scherzhaft gesagt, wenn die Zahl auf der Waage höher ausfällt als gewünscht. Doch steckt hinter dieser Ausrede tatsächlich etwas Wahres?
Im Erwachsenenalter besteht unser Skelett aus insgesamt 206 Knochen – vom winzigen Steigbügel im Ohr bis zum kräftigen Oberschenkelknochen, dem größten und schwersten Knochen des Körpers. Doch so massiv Knochen wirken mögen: Ihr Anteil am gesamten Körpergewicht ist überraschend gering. Im Durchschnitt machen sie rund zwölf Prozent des Körpergewichts aus. Wie schwer das Skelett tatsächlich ist, hängt deshalb vor allem von der Körpergröße und dem Körperbau ab.
Bei einer Person mit einem Körpergewicht von 50 Kilogramm bringen die Knochen beispielsweise ungefähr sechs Kilogramm auf die Waage. Auch bei größeren oder schwereren Menschen steigt das Knochengewicht zwar etwas an – allerdings längst nicht in dem Ausmaß, wie es oft vermutet wird.
Die klare Antwort lautet: weitgehend ja. Zwar unterscheiden sich Knochen in ihrer Größe und Dichte von Mensch zu Mensch, doch diese Unterschiede fallen vergleichsweise gering aus. Sie erklären keine größeren Gewichtsunterschiede auf der Waage.
Wer einige Kilos mehr wiegt, hat deshalb in der Regel nicht automatisch deutlich schwerere Knochen. Wesentlich stärker wirkt sich der Anteil an Fett- und Muskelmasse auf das Körpergewicht aus. Der Mythos von den "schweren Knochen" eignet sich daher kaum als Erklärung für zusätzliche Kilos.
Viele gehen außerdem davon aus, dass Knochen im Laufe des Lebens immer massiver werden. Tatsächlich ist eher das Gegenteil der Fall. Mit zunehmendem Alter kann die Knochendichte abnehmen. Die Knochen verlieren an Stabilität, werden poröser und dadurch anfälliger für Brüche.
Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang von Osteoporose: Bei dieser Erkrankung nimmt die Knochenmasse schrittweise ab, wodurch selbst kleinere Stürze zu Knochenbrüchen führen können. Das bedeutet: Im Alter werden Knochen nicht schwerer, sondern häufig sogar leichter.
Wer seine Knochen langfristig stärken möchte, sollte auf eine ausgewogene Ernährung achten. Besonders wichtig ist eine ausreichende Versorgung mit Kalzium, das gemeinsam mit Eiweiß sowie den Vitaminen D und K die Knochengesundheit unterstützt.
Gute Calciumlieferanten sind neben Milchprodukten auch zahlreiche pflanzliche Lebensmittel. Nüsse, Samen sowie grünes Gemüse wie Brokkoli, Grünkohl, Spinat, Rucola oder Avocados enthalten reichlich Mineralstoffe. Auch Birnen und Schwarze Johannisbeeren tragen zur Calciumversorgung bei.
Ebenso wichtig ist regelmäßige Bewegung. Vor allem Krafttraining und andere belastende Aktivitäten setzen gezielte Reize, die den Knochenstoffwechsel anregen und dazu beitragen können, die Knochen langfristig stabil zu halten. Das Fazit: Nicht schwere Knochen entscheiden über das Gewicht – sondern vor allem die Zusammensetzung des Körpers.