Der Wecker klingelt, draußen ist es bereits warm und die erste Dusche des Tages verspricht eigentlich Entspannung. Doch immer mehr Menschen drehen den Wasserhahn bewusst auf kalt. Was zunächst nach einer echten Überwindung klingt, gilt längst als beliebte Morgenroutine. Aber bringt kaltes Duschen tatsächlich gesundheitliche Vorteile – oder ist der Trend nur eine kurze Erfrischung?
Sobald kaltes Wasser auf die Haut trifft, reagiert der Körper innerhalb von Sekunden. Die Blutgefäße ziehen sich zusammen, Herzschlag und Atmung beschleunigen sich und der Kreislauf wird aktiviert. Viele Menschen fühlen sich danach wacher und energiegeladener. Besonders am Morgen kann eine kalte Dusche deshalb helfen, schneller in den Tag zu starten und das Müdigkeitsgefühl zu vertreiben.
Der plötzliche Kältereiz sorgt dafür, dass der Körper Stresshormone ausschüttet und gleichzeitig die Produktion bestimmter Botenstoffe anregt, die mit einem gesteigerten Wohlbefinden in Verbindung gebracht werden. Viele berichten deshalb nach dem kalten Duschen von einem Frischekick und besserer Stimmung.
Zwar ersetzt die kalte Dusche weder ausreichend Schlaf noch Bewegung, sie kann aber ein kleiner Impuls sein, um sich morgens fitter zu fühlen.
Während heißes Wasser den natürlichen Fettfilm der Haut angreifen kann, gilt kaltes oder lauwarmes Wasser als schonender. Die Haut verliert weniger Feuchtigkeit und fühlt sich häufig weniger trocken an. Auch die Haare können profitieren: kaltes Wasser schließt die äußere Schuppenschicht der Haare, wodurch sie glatter wirken und mehr Glanz bekommen.
Viele Sportler setzen nach intensiven Trainingseinheiten auf kalte Duschen. Der Grund: Die Kälte kann dabei helfen, die Durchblutung zu beeinflussen und beanspruchte Muskeln kurzfristig zu beruhigen. Manche Menschen empfinden Muskelkater dadurch als weniger unangenehm.
Für den alltäglichen Gebrauch gilt jedoch: Wer unmittelbar nach jedem Krafttraining eiskalt duscht, könnte langfristig Trainingseffekte etwas abschwächen. Deshalb empfehlen Experten, den Zeitpunkt an die eigenen Trainingsziele anzupassen.
So wohltuend kaltes Duschen für manche ist – für andere kann es problematisch sein. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder bestimmten Vorerkrankungen sollten auf plötzliche starke Kältereize verzichten oder dies zuvor ärztlich abklären.
Außerdem muss die Dusche nicht eiskalt beginnen: Wer den Körper langsam an niedrigere Temperaturen gewöhnt und das Wasser zum Schluss für 30 bis 90 Sekunden kalt stellt, macht den Einstieg meist deutlich angenehmer.