Gefahr im Schwimmbad

Nur 20 Sekunden am Handy – Kinder ertrinken lautlos

Immer mehr Kinder sind im Schwimmbad ohne Aufsicht unterwegs – oft abgelenkt durch Smartphones geraten Eltern in die Kritik.
Digital  Heute
05.07.2026, 16:18
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Die Aufsichtspflicht liegt auch im Schwimmbad bei den Eltern, betont Ralf Großmann, Sprecher des Bundesverbands Deutscher Schwimmmeister (BDS) mit Sitz in Wesseling. "Der Schwimmmeister greift zwar sofort ein, wenn etwas passiert", sagt Großmann, "aber er kann nicht die persönliche Aufsicht über jedes einzelne Kind übernehmen. Das ist weder rechtlich noch praktisch möglich."

Wie "NTV" berichtet, beobachten auch die Bäder in Köln immer öfter, dass Kleinkinder und Kinder im Volksschulalter ohne unmittelbare Aufsicht ihrer Eltern unterwegs sind. Laut Judith Jussenhofen, Sprecherin des städtischen Betreibers KölnBäder, greift das Team allein in Kölns größtem Freibad, dem Stadionbad, an einem sommerlichen Wochenende regelmäßig zehn bis fünfzehn Kinder ohne erkennbare Aufsichtsperson auf. Oft werden die Kinder sogar im Wasser von Mitarbeitern angetroffen, während die Eltern auf der Liegewiese beschäftigt sind.

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"In den allermeisten Fällen spielt dabei das Smartphone eine Rolle", so Jussenhofen. In manchen Fällen mussten die Mitarbeiter nach mehrmaligem Ausrufen und längeren Wartezeiten ohne Reaktion sogar die Polizei oder das Jugendamt einschalten. "Ein öffentliches Schwimmbad ist keine Betreuungseinrichtung, in dem Kinder abgegeben werden können, während sich die Eltern entspannen", betont Jussenhofen.

Nur 20 Sekunden reichen

Die Stadt Duisburg erklärt auf Anfrage, dass man zwar nicht bestätigen könne, dass die Nutzung von Mobiltelefonen zu einer deutlichen Zunahme von Zwischenfällen oder Unfällen in den städtischen Bädern führe. Wenn Eltern ihrer Aufsichtspflicht aber nicht nachkommen und dadurch eine Gefahr entsteht, schreitet das Personal ein. In schweren Fällen kann es sogar zu einem Verweis aus dem Bad kommen.

Um auf das Problem aufmerksam zu machen, setzen die Freibäder verschiedene Maßnahmen. In Essen etwa hängen Plakate der Initiative Augenblick, die Eltern und Begleitpersonen auf die Aufsichtspflicht hinweisen sollen, wie ein Sprecher der Stadt Essen erklärt. Die Initiative warnt mit Bannern und Flyern davor, dass Kinder in einem unachtsamen Moment innerhalb von nur 20 Sekunden lautlos ertrinken können.

„Papa du warst mein Held. Bis dein Handy wichtiger war als ich“
Plakate der Initiative Augenblick

Auf den Bannern steht zum Beispiel: "Papa du warst mein Held. Bis dein Handy wichtiger war als ich." In Köln setzt der städtische Betreiber ebenfalls auf Hinweisschilder und Plakate. Auch Lautsprecherdurchsagen kommen zum Einsatz. Zusätzlich geht ein Maskottchen durch die Freibäder und spricht Familien direkt an. Die Mitarbeiter der Bäder sprechen Eltern oft direkt an, sagt BDS-Sprecher Großmann.

Manche fühlen sich im ersten Moment vielleicht angegriffen, die meisten reagieren aber verständnisvoll. "Wenn man erklärt, dass es ausschließlich um die Sicherheit ihres Kindes geht, verstehen es die meisten." Ein generelles Handyverbot hält der Bund Deutscher Schwimmmeister aber nicht für sinnvoll. Man setzt stattdessen auf Aufklärung und Eigenverantwortung.

{title && {title} } red, {title && {title} } 05.07.2026, 16:18
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