Die aktuelle Hitzewelle bringt eine kuriose Wendung in der politischen Debatte rund um Klimaschutz und Kühltechnik. Während rechte Kreise in Deutschland und auch im Internet-Populismus noch vor Kurzem massiv gegen Wärmepumpen wetterten, feiern sie jetzt ausgerechnet Klimaanlagen als Lösung für hohe Temperaturen.
Das Pikante daran: Klimaanlagen sind technisch betrachtet nichts anderes als Wärmepumpen. Das physikalische Prinzip ist identisch – nur die Anwendung unterscheidet sich. Während eine Wärmepumpe Wärme von außen nach innen transportiert, funktioniert die Klimaanlage genau umgekehrt.
Wie der "Spiegel" berichtet, haben jene, die gestern noch behaupteten, die Erderhitzung sei kein Problem, nun plötzlich Ratschläge zur Hitzebekämpfung parat. Der Widerspruch könnte kaum größer sein: Man leugnet ein Problem und verkauft gleichzeitig die Lösung dafür.
Besonders absurd wird es, wenn man bedenkt, dass moderne Wärmepumpen mit Fußbodenheizung im Sommer hervorragend kühlen können. Mit sogenannter passiver Kühlung lassen sich Innenräume um zwei bis drei Grad Celsius abkühlen – ohne Zugluft und ohne Rauschen.
Experten fordern schon lange, dass Krankenhäuser, Pflegeheime und Kindergärten mit Kühlmöglichkeiten ausgestattet werden. Besonders sinnvoll ist dabei die Kombination aus Photovoltaik auf dem Dach und effizienten Klimageräten.
Der Clou: Klimaanlagen müssen vor allem dann laufen, wenn die Sonne scheint – also genau dann, wenn Solaranlagen günstigen Strom produzieren. So kann die Kühlung nahezu CO2-neutral und kostengünstig betrieben werden.
Der Rat der Fachleute ist simpel: Räume nicht übertrieben herunterkühlen, 24 bis 25 Grad sind völlig ausreichend. Und die Geräte nur dann einschalten, wenn es wirklich nötig ist. So bleibt die Energiebilanz positiv.