Der Schlusspfiff ertönt, die Hoffnung ist dahin. Minuten zuvor war noch alles möglich, jetzt herrscht Enttäuschung. Während die einen jubeln, sitzen andere regungslos vor dem Fernseher, starren aufs Spielfeld oder scrollen fassungslos durch die sozialen Medien. Wer nie wirklich Fan einer Mannschaft war, versteht diese Gefühle oft nicht. Für leidenschaftliche Anhänger kann sich eine Niederlage jedoch überraschend persönlich anfühlen.
Genau deshalb helfen die üblichen Trostpflaster oft wenig. Ein lockeres "Ist doch nur Fußball" oder "Nächstes Mal klappt's bestimmt" sorgt meist eher für Frust als für Trost. Psychologen, die sich seit Jahren mit Sportfans beschäftigen, erklären stattdessen, welche Sätze nach einer Niederlage wirklich helfen können.
"Wenn man sich stark mit einer Mannschaft identifiziert, fühlt sie sich wie eine Erweiterung der eigenen Persönlichkeit an", erklärt der US-Sozialpsychologe Daniel Wann, der seit Jahrzehnten zur Psychologie von Sportfans forscht, gegenüber "Time".
Fans erleben Erfolge deshalb oft wie eigene Erfolge – und Niederlagen wie persönliche Rückschläge. Das verlorene Spiel betrifft dann nicht nur eine Gruppe von Sportlern auf dem Spielfeld, sondern trifft emotional auch jene Menschen, die über Monate oder Jahre mitfiebern.
Ein Satz scheint auf den ersten Blick besonders naheliegend: "Nächstes Jahr klappt es bestimmt." Doch genau hier raten Experten zur Vorsicht.
Bei jungen Mannschaften mit viel Potenzial kann dieser Gedanke tatsächlich Hoffnung machen. Bei großen Turnieren wie einer Welt- oder Europameisterschaft, die oft erst Jahre später wieder stattfinden, kann derselbe Satz jedoch schnell zynisch wirken.