Österreich vor WM-Premiere

"Sind die bessere Mannschaft, da gibts nix zu deuten"

Nach 28 Jahren kehrt Österreich zu einer Fußball-WM zurück und trifft zum Auftakt auf WM-Neuling Jordanien. Fußball-Legende Andreas Herzog analysiert.
Newsdesk Heute
16.06.2026, 22:32
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Selbst für einen alten Hasen wie Ralf Rangnick ist eine Weltmeisterschaft Neuland. Umso größer ist die Vorfreude beim Teamchef auf seine ganz persönliche Premiere. "Ich möchte es auch ein Stück weit genießen und innerlich feiern können", sagte der 67-Jährige vor dem Auftakt der ÖFB-Auswahl gegen Jordanien am Mittwoch um 6 Uhr (hier im "Heute"-Liveticker). "Es liegt an uns, dafür zu sorgen, dass wir uns auch danach freuen und es im Rückblick genießen können."

Rangnick hat Österreich nach 28 Jahren Pause wieder zurück auf die große Fußballbühne geführt. "Für meine Spieler ist es die erste WM - da liegt es eher am Alter", grinste Rangnick. Für ihn selbst ist es aber auch eine Premiere: Er war noch nie Nationaltrainer bei einer Weltmeisterschaft. "Es ist für mich die erste Chance überhaupt bei einer Weltmeisterschaft dabei zu sein, vielleicht auch die letzte, das weiß man nie." Die Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada zu erleben, sei "etwas Einzigartiges".

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"Was er gemacht hat, ist geisteskrank"

Auch für Kapitän David Alaba ist das Turnier "etwas sehr Besonderes". Für ihn gehe "ein Traum in Erfüllung", so der ehemalige Bayern-Spieler. Einen großen Anteil daran hat Rangnick, der seinen Vertrag als Teamchef erst kurz vor dem ÖFB-Auftakt bis 2028 verlängert hat. "Wir alle sind super happy darüber", betonte Alaba. "Wir Spieler wissen, was wir an ihm haben. Was er mit uns als Mannschaft gemacht hat, ist geisteskrank."

Die erste Bewährungsprobe bei der WM-Rückkehr nimmt Rangnick keinesfalls auf die leichte Schulter. In den letzten Spielen habe es schon einige Überraschungen gegeben. "Insofern gibt es niemanden bei uns, der das Spiel auf die leichte Schulter nimmt oder glaubt, dass wir das im Vorbeigehen gewinnen können", erklärte Rangnick mit Blick auf WM-Neuling Jordanien. "Wir sind uns vollkommen klar darüber, dass wir da auf einen richtig starken, unangenehmen Gegner treffen."

"Das Entscheidende, ob wir das Spiel gewinnen"

Am späten Dienstagabend schätzte Fußball-Legende und letzter WM-Torschütze Österreichs, Andreas Herzog, – in die "ZIB2" zugeschaltet – bei ORF-Moderator Armin Wolf die ÖFB-Chancen ein. Die Situation gegen Jordanien sei vergleichbar mit jener beim Asien-Cup, als Südkorea als Favorit gegen Jordanien ausgeschieden war, so Herzog. Eine "absolute Top-Leistung" werde "von unseren Jungs notwendig sein", aber "wir sind die bessere Mannschaft, da gibts nix dran zu deuten".

Jordanien sei laut Herzog aber "eine Mannschaft, die gut verteidigen kann, die dann ihr Heil sucht bei Kontern schnell umzuschalten". Eine gute Balance zwischen Offensive und Defensive sei notwendig – und werde ein Ball verloren, müsse man sofortige Gegenangriffe unterbinden. Das werde "das Entscheidende sein, ob wir das Spiel gewinnen können", so Herzog. "Wenn wir in Führung gehen könnten, wäre das natürlich ein optimaler Start und würde vieles leichter machen", so die Fußball-Legende.

"Die Papierform, das zählt alles nix"

Ob das Unentschieden von Spanien gegen Kap Verde eine Warnung sei? "Ich glaube die Papierform, hier bei der Weltmeisterschaft hat es schon ein paar Überraschungen gegeben, das zählt alles nix", so Herzog. Man müsse nach vorne spielen und Jordanien zu Fehlern zwingen, "dann werden wir auch gewinnen". Bei der Aufstellung ging Herzog davon aus, dass David Alaba und Marko Arnautović von Beginn an spielen werden: "Vielleicht wird es ein, zwei Wechsel geben zum Spiel gegen Tunesien."

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"Total wichtig" sei, dass noch vor Österreichs WM-Start bekannt wurde, dass Rangnick dem ÖFB als Trainer erhalten bleibe: "Solche Ablenkung braucht man einfach vor dem ersten WM-Spiel nicht", so Herzog. Jetzt habe die Entscheidung die Mannschaft "noch einmal zusätzlich motiviert". Das Wichtigste sei, "dass nach dem Spiel auch noch alle happy sind", so Herzog, "dass die Spieler, ist mir wurscht, ob sie dann geisteskrank sind oder nicht, beim Feiern wenn sie das Spiel gewonnen haben".

Richtig schön wäre für Herzog, wenn man dem amtierenden Weltmeister Argentinien im zweiten Match "eine drüberziehen" könnte. Aber: "Das ist alles Zukunftsmusik." Moderator Wolf scherzte: Vielleicht würden Spanien und Uruguay nur Österreich ausweichen wollen und deshalb so schlecht spielen. "Das glaube ich auch", so Herzog. "Die Mannschaft ist gut. Sie ist so, dass wir sagen können, wir haben gegen jeden Gegner auf der Welt eine Chance. Aber gleich vom Weltmeistertitel zu sprechen, das ist in Österreich gang und gäbe." Sein Tipp für Österreich gegen Jordanien? 2:0.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 16.06.2026, 22:55, 16.06.2026, 22:32
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