Ein bedeutender Erfolg für den Schutz der Donaustöre wurde am Freitag auf der Wiener Donauinsel präsentiert: Im Rahmen des Projekts "LIFE-Boat4Sturgeon" ist erstmals die Nachzucht von Sternhausen-Stören gelungen. Das gilt als wissenschaftlicher Durchbruch und könnte den Erhalt der stark bedrohten Fischart nachhaltig unterstützen.
Das internationale Artenschutzprojekt wird vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK), der BOKU University, viadonau und der Stadt Wien getragen. Präsentiert wurde der Erfolg anlässlich des Danube Day.
Die Vermehrung von Sternhausen-Stören stellt Forschende vor große Herausforderungen. Weibliche Tiere bilden nur alle zwei bis vier Jahre Eier aus. Um den richtigen Zeitpunkt für eine erfolgreiche Nachzucht zu bestimmen, werden die Tiere über Monate hinweg intensiv betreut und beobachtet. Der nun erzielte Erfolg und eröffnet neue Möglichkeiten für den langfristigen Erhalt der Art in der Donau.
Umweltminister Norbert Totschnig spricht von einem wichtigen Schritt: "Die erfolgreiche Nachzucht der vier Donaustörarten ist ein Meilenstein für den Artenschutz. Mit der schwimmenden Aufzuchtstation auf der Wiener Donauinsel unterstützen wir ein europaweit einzigartiges Projekt zum Erhalt einer, der weltweit am stärksten gefährdeter Tierarten."
Bereits jetzt könne das Projekt erste Erfolge vorweisen. "Es wurden bereits mehr als 150.000 junge Störe in die Donau ausgewildert. Das ist ein wichtiger Beitrag auf dem Weg zu unserem langfristigen Ziel, wieder eine stabile, sich selbst erhaltende Störpopulation in Österreich zu etablieren", so Totschnig.
Auch Wiens Gewässerstadträtin Ulli Sima (SPÖ) verweist auf die bisherigen Erfolge des Projekts: "Die Stadt Wien setzt sich dafür ein, die Donau als einzigartigen Lebensraum für viele Tierarten zu erhalten und hat auch das Vorgängerprojekt zum Schutz der Sterlets auf der Donauinsel bereits aktiv unterstützt."
Mit dem LIFE-Boat werde diese Erfolgsgeschichte fortgesetzt. "300.000 Sterlets konnten in Österreich bereits wieder ausgewildert werden, das für 2030 avisierte Projektziel wurde damit bereits jetzt erreicht – was für ein Meilenstein!", betont Sima.
Zusätzlich werde das Projekt auch von der Bevölkerung gut angenommen. "Das Boot ermöglicht es zudem, das Projekt hautnah zu erleben und mehr als 1.500 Besucherinnen und Besucher haben dieses Angebot schon genutzt – ein zusätzlicher schöner Erfolg!"
Für viadonau-Geschäftsführer Hans-Peter Hasenbichler ist das Projekt ein Beispiel dafür, wie Naturschutz und Infrastruktur zusammenwirken können. Seit Frühjahr 2025 liegt das zur Aufzuchtstation umgebaute Schiff MS Negrelli an der Wiener Donauinsel. "Dass auf dem 60 Jahre alten Arbeitsschiff, das einst unter anderem als Steintransporter eingesetzt wurde, heute unter der exzellenten wissenschaftlichen Begleitung der BOKU University neue Generationen von Donau-Stören entstehen, macht uns nicht nur stolz", so Hasenbichler.
Auch BOKU-Vizerektor Christoph Pfeifer hebt die Bedeutung des Projekts hervor: "Die Donau ist nicht nur ein bedeutender Lebensraum, sondern auch ein Symbol dafür, wie Ökologie, Forschung und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbunden sind."
Projekte wie LIFE-Boat4Sturgeon würden zeigen, "wie Forschung und Praxis erfolgreich ineinandergreifen können, indem wissenschaftliche Erkenntnisse konsequent in konkrete Maßnahmen übersetzt werden."