Mit prominenter Unterstützung startet das Volksbegehren "Gratis Verhütung" in die Eintragungswoche. "Verhütung ist keine Privatsache, sondern eine Gesundheitsleistung", stellte Initiator Theo Löcker klar. Gemeinsam mit Co-Initiatorin Lina Gallei wirbt er für ein Volksbegehren, das kostenlose Verhütung österreichweit ermöglichen soll.
"Niemand sollte sich fragen müssen, ob man sich den Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft oder sexuell übertragbaren Infektionen leisten kann", betont Gallei.
Unterzeichnet werden kann das Volksbegehren online mit ID Austria oder persönlich bei Gemeindeämtern und Magistraten.
Rückendeckung kommt von zwei ehemaligen Gesundheitsminister.
"Kostenlose Verhütung ist ein wichtiger Beitrag zu Prävention, Selbstbestimmung und einem modernen Gesundheitssystem. Sexuelle Gesundheit darf nicht davon abhängen, wie viel Geld jemand hat", so Johannes Rauch.
Auch Andrea Kdolsky erinnert daran, dass sie sich bereits 2007 für kostenlose Kondome eingesetzt habe. "Fast zwanzig Jahre später ist diese Forderung aktueller denn je", sagt sie.
Unterstützung erhält die Initiative auch von der Vorsitzenden der Aidshilfe Wien, Mirijam Hall. Sie verweist auf steigende Zahlen sexuell übertragbarer Infektionen und fordert mehr Prävention.
"Kostenlose Verhütung – insbesondere Kondome und Lecktücher – kann gemeinsam mit niederschwelliger Beratung und umfassender Aufklärung nachweislich dazu beitragen, Infektionen einzudämmen", so Hall.
Ein weiterer Kritikpunkt: Die Kosten für Verhütung würden nach wie vor überwiegend Frauen tragen. "Ein großer Teil der Verhütungskosten bleibt in Österreich nach wie vor an Frauen hängen", sagt Gallei. Besonders sichere Langzeitmethoden wie Spiralen oder Hormonstäbchen würden oft mehrere hundert Euro kosten.
Löcker fordert deshalb auch mehr Verantwortung von Männern: "Es liegt an uns Männern Verantwortung zu übernehmen und diese gesellschaftliche Schieflage politisch zu korrigieren."
Neben kostenlosen Verhütungsmitteln verlangt die Initiative auch bessere sexuelle Bildung. Der Zugang zu guter Aufklärung hänge derzeit oft von Schule, Bundesland oder einzelnen Lehrpersonen ab.
"Wir können junge Menschen nicht mit Halbwissen, Internetmythen und Tabus alleinlassen", so die Initiative. Löcker betont abschließend: "Aufklärung ist Prävention."