Psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen nehmen weltweit zu. Eine aktuelle Auswertung der Global Burden of Disease Study zeigt nun erstmals im Detail, in welchen Ländern die Lage besonders dramatisch ist - und wer am stärksten betroffen ist.
Demnach leiden in manchen Staaten bereits 20 Prozent der Bevölkerung an psychischen Erkrankungen. Die Studie analysierte Daten aus 204 Ländern und Regionen über einen Zeitraum von 1990 bis 2021.
Wie der Spiegel berichtet, sind besonders wohlhabende Länder stark betroffen. In Portugal, Australien und den USA liegt der Anteil psychisch kranker Menschen bei etwa 20 Prozent. In Österreich liegt die Rate bei rund 17 Prozent.
Auffällig ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Frauen erkranken demnach deutlich häufiger an Depressionen und Angststörungen als Männer. Der Grund laut den Forschern: Frauen seien öfter von Armut betroffen, hätten weniger Zugang zu Bildung und erlebten häufiger Gewalt.
Besonders alarmierend sind die Zahlen bei Jugendlichen. Bei Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren stiegen die Behandlungszahlen für Angststörungen zuletzt stark an. In Österreich ist die Zahl zwangsuntergebrachter Minderjähriger seit 2020 um ein Drittel gestiegen.
Als wichtigen Faktor nennen Experten die Corona-Pandemie. Isolation, Schulschließungen und Zukunftsängste haben demnach besonders bei jungen Menschen Spuren hinterlassen.
Die Wissenschaftler fordern nun mehr Investitionen in die psychische Gesundheitsversorgung - weltweit. Denn trotz der hohen Zahlen fehlt es in vielen Ländern an ausreichend Therapieplätzen und Präventionsangeboten.