Eine alarmierende Zahl: Weltweit leben fast 1,2 Milliarden Menschen mit einer psychischen Krankheit. Das sind fast doppelt so viele wie noch im Jahr 1990.
Wissenschaftler des Instituts for Health Metrics and Evaluation (IHME) und der Universität Queensland haben die bislang umfangreichste Auswertung zu psychischen Erkrankungen durchgeführt.
Wie spiegel.de unter Berufung auf eine neue Lancet-Studie berichtet, wurden Daten nach Geschlecht, 25 Altersgruppen, 21 Regionen und 204 Ländern im Zeitraum von 1990 bis 2023 ausgewertet.
Das Ergebnis: Frauen sind überproportional betroffen, ebenso wie Menschen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren. Seit 2019 gab es 24 Prozent mehr Depressionen und Angststörungen stiegen um 47 Prozent.
In den Jahren nach der Corona-Pandemie erreichten beide Erkrankungen ihren jeweiligen Höchststand. Die Belastung durch psychische Krankheiten hat überall auf der Welt zugenommen.
Besonders besorgniserregend: Nur etwa neun Prozent der Menschen mit einer schweren Depression erhalten weltweit eine angemessene Behandlung. In 90 Ländern sind es sogar weniger als fünf Prozent.
"Die Daten sind ein unmissverständlicher Weckruf an die Regierungen, mit Maßnahmen zur Frühprävention und echten Investitionen in die psychische Gesundheit zu reagieren", betonte die Psychologin Elisabet Dominguez.