Was passiert nun mit den Ermittlungen zu Epstein?

Jeffrey Epstein ist tot. Nun stellt sich die Frage: Wie geht es nun weiter mit den Untersuchungen? Kommen etwa die mächtigen Männer, die im Fall involviert sind, glimpflich davon?
Das US-Justizministerium und die US-Bundespolizei FBI untersuchen den mutmaßlichen Suizid des Multimillionärs Jeffrey Epstein. Der Wall-Street-Manager stand im Verdacht, einen Sex-Sklavinnen-Ring mit minderjährigen Mädchen unterhalten zu haben. Zu seinen Kunden gehörten angeblich mächtige Männer, die sich zu Sex-Partys auf Epsteins Insel in der Karibik trafen.

Am Samstagmorgen gegen 6.30 Uhr fanden Wächter Epsteins Körper mit sichtbaren Verletzungsspuren am Hals in seiner Zelle. Er hatte sich offenbar erhängt. Der Financier wurde sofort ins Krankenhaus gebracht, die Ärzte konnten jedoch nur noch seinen Tod feststellen.

Warum stand er nicht unter Beobachtung?

Der Tod des 66-Jährigen in seiner Gefängniszelle wirft laut dem Justizminister Bill Barr "ernste Fragen auf, die beantwortet werden müssen." Er habe daher eine Untersuchung der Umstände angeordnet. Der Tod des Finanzmannes, der zu Lebzeiten Ex-Präsident Bill Clinton, Prinz Andrew und den heutigen US-Präsidenten Donald Trump zu seinen Freunden zählen durfte, liefert auch Nährstoff für zahlreiche Verschwörungstheorien.

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So fragen sich viele Internetnutzer, wieso Epstein nach einem ersten angeblichen Suizidversuch am 23. Juli nicht wegen Suzidgefahr unter ständiger Beobachtung stand. Wie "New York Times" berichtet, hatten die Gefängnisbehörden am 29. Juli angeordnet, die besondere Bewachung zu unterbrechen. Stattdessen besuchte ihn täglich der Chefpsychologe der Anstalt.

Alle Finger zeigen auf die Clintons

Die größte Frage lautet aber: Was passiert nun mit den Ermittlungen zum Sexskandal? Eine erste Antwort gab der ehemalige Bundesanwalt Renato Mariotti: Der Fall sei nun mit dem Angeklagten gestorben, twitterte er. Denn bis anhin sei niemand anderes als Epstein im Fall angeklagt gewesen. Mit anderen Worten: Es wird zu keinem Prozess kommen, bei dem Zeugen gegen die angeblich mächtigen involvierten Männer aussagen könnten.



Mehrere Stunden nachdem der mutmaßliche Selbstmord bekannt geworden war, entwickelten sich laut "The Daily Beast" die Hashtags #Clintons und #ClintonBodyCount zum Trending Topic. Trump-Beraterin Lynne Patton twitterte sogar "Hillary'd!!" - in Anspielung darauf, dass Hillary Clinton für den Tod des Financier verantwortlich sein könnte.

Ob die Untersuchungen zum Sexhandel mit Minderjährigen ganz beendet werden, ist noch ungewiss. Laut dem Portal "The Cut" könnten nun Epsteins Mitarbeiterinnen als mutmaßliche Komplizen ins Visier der New Yorker Staatsanwälte rücken. "Mit Epsteins Tod erhalten etwa seine beste Freundin Ghislaine Maxwell und seine Angestellten Sarah Kellen Vickers, Adriana Ross und Lesley Groff oder die Pilotin Nadia Marcinkowa die volle Aufmerksamkeit der Staatsanwaltschaft." Die Frauen werden verdächtigt, Epstein bei der Organisation seines Prostituierten-Netzwerkes geholfen zu haben.

(kle)

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New YorkWelt

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