Jetzt doch – so können in Wien alle Lokale starten

Bürgermeister Michael Ludwig und Wiens Wirtschaftskammer-Präsident Walter Ruck
Bürgermeister Michael Ludwig und Wiens Wirtschaftskammer-Präsident Walter RuckGEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com
Wiens Bürgermeister Michael Ludwig servierte am Tag nach dem Corona-Gipfel allen Wirten und den Wienern gute Aussichten – das ist sein Gastro-Plan:

Auferstehung am Karsamstag! Am 27. März soll die Gastronomie in Wien aus dem Lockdown geholt werden. Vorerst verständigte sich die Bundesregierung mit den Länderchefs – wie berichtet – auf eine Schanigarten-Öffnung. Dies hatte Bürgermeister Michael Ludwig mit den Worten: "Außen ist besser als innen" vehement gefordert. "Enttäuschend und frustrierend", sei dies, hagelte es von den Wiener Wirten prompt Kritik.

"Großteil hat keinen Gastgarten"

Es drohe ein Massensterben, warnten die Fachvertreter in einem Statement. Kaffeehäuser-Vertreter Wolfgang Binder erklärte: "Der Großteil der Kaffeehäuser hat gar keinen oder nur einen kleinen Gastgarten – da ist es schlicht unmöglich, wirtschaftlich zu arbeiten. Wir haben konkrete Vorschläge gemacht, wie wir sicher für Gäste und Mitarbeiter öffnen können und wurden einmal mehr nicht gehört – dabei hätten wir auch einen wichtigen Beitrag geleistet, die Testmoral in der Bevölkerung weiter zu steigern".

Nur wenige Stunden später reagiert nun die Stadt – Michael Ludwig möchte jetzt mit einem innovativen Konzept gegensteuern und allen Gastronomen einen Start ermöglichen, wie er am Rande einer Pressekonferenz zu 100 Tagen rot-pinker Koalition erklärte.

Die Bürgermeister-Ansage: "Ich werde Stadtrat Peter Hanke heute beauftragen, dass er mit den Sozialpartnern, insbesondere der Wirtschaftskammer, Möglichkeiten erschließt, auf öffentlichen Plätzen Möglichkeiten zur gastronomischen Versorgungen zu schaffen."

Gastro-Liste ist nun zu erarbeiten

Heißt im Klartext: Gastronomen sollen ihre Produkte auf öffentlichen Plätzen – wie etwa am Donaukanal oder in Parks mit ausreichend Abstand – offerieren können. Die Liste dieser neuen Gastro-Genüsse sei nun zu erarbeiten. Ludwig möchte auf diese Weise "Druck herausnehmen" und den Menschen eine Gelegenheit zu geben, einander zu treffen. "Es ist besser, sie treffen sich draußen, mit Sicherheitsabstand, als es gibt keine unkontrollierten Treffen im privaten Bereich, wie wir das leider wahrgenommen haben."

Die Stadt habe darüber hinaus Schritte gesetzt, dass Schanigärten sehr unbürokratisch fortgeschrieben werden können. Bewilligte Anträge wurden bis zum 31.12.2022 verlängert, ohne, dass neue Anträge eingebracht werden müssen.

Fokus auf Testen und Impfen in Wien

Die Stadt Wien habe "diese Krise frühzeitig sehr ernst genommen", so Bürgermeister Michael Ludwig. "Wir können pro Tag 75.000 Menschen testen – das ist im internationalen Vergleich sehr, sehr viel", freute sich der Stadt Chef. Nun werde man die Impfungen "weiter vorantreiben". "Bis Ende März werden wir 290.000 Wienerinnen und Wiener zumindest mit der Erstimpfung versehen haben", will er "einen großen Schritt machen". Als Bürgermeister möchte Ludwig "um jeden Arbeitsplatz in der Stadt kämpfen". Vor allem Frauen stünden vor Herausforderungen. Das vierte Corona-Paket, das die Stadt eben auf den Weg gebracht hat, ziele laut Ludwig auf die Ein-Personen-Unternehmen ab.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account red Time| Akt:
CoronavirusCoronatestVirusMichael LudwigGastronomieLockdown

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen